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AuswahlStand René HerzerMit KI erstellt

Offene KI-Modelle im Haus einsetzen: Was die Lizenzen erlauben

Die meisten offenen KI-Modelle stehen unter Apache 2.0 oder MIT und dürfen im Haus ohne Auflagen genutzt, angepasst und weitergegeben werden. Einige Hersteller verwenden eigene Lizenzen: Meta etwa verlangt einen Namenshinweis, verbietet bestimmte Einsätze und schließt für multimodale Modelle der vierten Generation Unternehmen mit Sitz in der EU aus. Maßgeblich ist immer die Lizenzdatei der konkreten Modellversion, denn innerhalb einer Modellfamilie wechseln die Lizenzen.

Welche Lizenzen gibt es bei offenen KI-Modellen?

Offene Modelle stellen ihre Gewichte zum Herunterladen bereit. Unter welchen Bedingungen Sie sie nutzen dürfen, regelt die Lizenz. Grob gibt es drei Gruppen (Stand Oktober 2026):

Lizenz Beispiele Kommerzielle und öffentliche Nutzung Auflagen
Apache 2.0 offene Modelle von OpenAI, Alibaba, die meisten von Mistral AI, die neue Generation von Google erlaubt Lizenztext und Hinweise bei Weitergabe beilegen, Änderungen kennzeichnen
MIT Modelle verschiedener Hersteller, auch Werkzeuge wie Ollama erlaubt Lizenztext bei Weitergabe beilegen
Eigene Lizenz des Herstellers Meta, ältere Modelle von Google, einige Modelle von Mistral AI meist erlaubt, mit Bedingungen Namenshinweis, Nutzungsverbote, Schwellen nach Größe oder Umsatz, teils Ausschluss von Regionen

Apache 2.0 und MIT sind von der Open Source Initiative anerkannte Lizenzen. Sie erlauben Nutzung, Änderung und Weitergabe für jeden Zweck und schließen Gewährleistung und Haftung aus. Apache 2.0 enthält zusätzlich eine Patentlizenz der Beitragenden.

Was steht in den eigenen Lizenzen der Hersteller?

Meta veröffentlicht seine Modelle unter einer eigenen Community-Lizenz. Für die vierte Generation (gültig ab 5. April 2025) gilt unter anderem:

  • Namenshinweis: Wer die Modelle oder ein Produkt damit weitergibt, muss gut sichtbar „Built with“ und den Modellnamen zeigen. Wer mit den Modellen oder ihren Antworten ein anderes Modell trainiert und weitergibt, muss dessen Namen mit dem Namen der Modellfamilie beginnen lassen.
  • Große Anbieter: Ab 700 Millionen monatlich aktiven Personen braucht es eine gesonderte Lizenz von Meta.
  • Verbotene Einsätze: Die Richtlinie zur zulässigen Nutzung schließt unter anderem den Betrieb kritischer Infrastruktur und die unerlaubte Ausübung von Heilberufen aus.
  • EU-Ausschluss bei multimodalen Modellen: Für multimodale Modelle (Text und Bild) dieser Generation erhalten Personen mit Wohnsitz und Unternehmen mit Hauptsitz in der EU die Nutzungsrechte nicht. Endkunden eines Produkts, das ein solches Modell enthält, sind ausgenommen. Ein Krankenhaus oder eine Behörde in der EU, die das Modell selbst betreibt, ist aber kein Endkunde in diesem Sinn.
  • Recht: Es gilt das Recht von Kalifornien, Gerichtsstand sind die Gerichte dort.

Google hatte für seine offenen Modelle bis zur dritten Generation eigene Nutzungsbedingungen mit einer Liste verbotener Einsätze. Google behielt sich dort vor, die Nutzung „aus der Ferne oder anderweitig“ einzuschränken, wenn es einen Verstoß annimmt. Die neue Generation vom April 2026 steht dagegen unter Apache 2.0.

Mistral AI veröffentlicht die meisten offenen Modelle unter Apache 2.0. Einige stehen nach eigener Auskunft unter einer angepassten MIT-Lizenz: Unternehmen mit mehr als 20 Millionen US-Dollar Monatsumsatz brauchen dann eine kommerzielle Lizenz oder nutzen das Modell über die Plattform von Mistral AI. Weitere Modelle sind nur für Forschung oder nicht produktive Zwecke freigegeben.

Worauf müssen Krankenhäuser und Behörden besonders achten?

  • Version, nicht Familie: Die Lizenz kann von einer Generation zur nächsten wechseln, wie bei Google. Prüfen Sie die Lizenzdatei der konkreten Version, die Sie einsetzen, und halten Sie sie mit Datum fest.
  • Nutzungsverbote: Listen verbotener Einsätze sind weit gefasst, etwa medizinische Tätigkeit ohne Zulassung oder kritische Infrastruktur. Ob Ihr Einsatz darunter fällt, gehört vor der Einführung geklärt, besonders in Klinik und KRITIS.
  • Regionen: Ein Ausschluss für Unternehmen mit Sitz in der EU trifft auch Kommunen und Krankenhäuser, die das Modell selbst betreiben.
  • Fremdes Recht: Eigene Lizenzen verweisen oft auf US-Recht und US-Gerichte. Das passt nicht immer zu den Vorgaben öffentlicher Auftraggeber.
  • Werkzeuge sind nicht Modelle: Software wie Ollama steht unter MIT, die Modelle, die sie lädt, haben jeweils eigene Lizenzen. Die Lizenz des Werkzeugs sagt nichts über die des Modells.
  • Weitergabe: Geben Sie ein Modell an Dritte weiter, etwa an andere Häuser im Verbund oder als Dienstleister, greifen die Pflichten zur Weitergabe: Lizenztext, Hinweisdatei, bei Meta der Namenshinweis.

Ist ein offenes Modell Open Source im Sinne der KI-Verordnung?

Die KI-Verordnung entlastet KI-Systeme und Modelle unter „freier und quelloffener Lizenz“ an einigen Stellen (Art. 2 Abs. 12, Art. 53 Abs. 2). Nach den Erwägungsgründen 102 bis 104 setzt das voraus, dass die Lizenz Nutzung, Änderung und Weitergabe frei erlaubt und das Modell nicht gegen Geld bereitgestellt wird. Ob Lizenzen mit Nutzungsverboten oder Schwellen für große Unternehmen das erfüllen, ist umstritten. Für Häuser, die ein Modell nur einsetzen, ändert das wenig: Ihre Pflichten als Betreiber hängen vom Einsatz ab, nicht von der Lizenz des Modells. Die Open Source Initiative verlangt in ihrer Definition von 2024 zusätzlich Angaben zu Trainingsdaten und Code.

Wie geht das mit basebox?

basebox wählt das KI-Modell aus und betreibt es, in unserer Cloud oder auf Ihrem Server. Ein Modellregister dokumentiert Entwickler, Version und Lizenz jedes Modells. Hat Ihr Haus Vorgaben zur Herkunft eines Modells, setzen wir sie um. Eigene Modelle mit OpenAI-kompatibler Schnittstelle lassen sich anbinden; deren Lizenz prüfen Sie dann selbst. Mehr zu Nachweisen auf Sicherheit.

Keine Rechtsberatung: Dieser Ratgeber gibt den Stand unserer Recherche am 11. Oktober 2026 wieder. Lizenzen ändern sich mit jeder Modellversion. Maßgeblich ist der Lizenztext der Version, die Sie einsetzen. Lassen Sie ihn im Zweifel rechtlich prüfen.

Häufige Fragen

Ist ein offenes Modell dasselbe wie Open Source?

Nicht unbedingt. Offen heißt meist nur, dass die Gewichte zum Herunterladen bereitstehen. Nach der Definition der Open Source Initiative gehören auch Angaben zu Trainingsdaten und Code dazu; Lizenzen mit Nutzungsverboten oder Schwellen für große Unternehmen erfüllen sie nicht.

Gehören die Antworten des Modells dem Hersteller?

In den hier genannten Lizenzen nicht. Google schreibt etwa ausdrücklich, keine Rechte an erzeugten Inhalten zu beanspruchen. Ob die Antworten selbst urheberrechtlich geschützt sind, ist eine andere Frage; sie richtet sich nach dem Urheberrecht, nicht nach der Modelllizenz.

Brauchen wir eine Lizenz, wenn wir das Modell nur intern nutzen?

Ja, die Lizenz gilt auch für die interne Nutzung. Apache 2.0 und MIT stellen dafür keine Bedingungen. Eigene Lizenzen der Hersteller können auch intern greifen, etwa über Listen verbotener Einsätze oder den Ausschluss bestimmter Länder.

Quellen

  1. Apache License 2.0 ↗
  2. MIT License (Open Source Initiative) ↗
  3. Meta: Community-Lizenz der vierten Modellgeneration (gültig ab 5. April 2025) ↗
  4. Meta: Richtlinie zur zulässigen Nutzung der vierten Modellgeneration ↗
  5. Google: Nutzungsbedingungen für ältere offene Modelle (Stand 1. April 2026) ↗
  6. Google: neue Generation offener Modelle unter Apache 2.0 (April 2026) ↗
  7. Mistral AI: Unter welcher Lizenz stehen die offenen Modelle? (12. August 2026) ↗
  8. Mistral AI: Lizenzen der Modellgewichte (Dokumentation) ↗
  9. OpenAI: offene Modelle unter Apache 2.0 (August 2025) ↗
  10. Alibaba: offene Modelle unter Apache 2.0 ↗
  11. Open Source Initiative: Open Source AI Definition 1.0 ↗
  12. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 2 Abs. 12, Art. 53 Abs. 2, Erwägungsgründe 102 bis 104 (EUR-Lex) ↗
  13. Ollama: Lizenz (MIT, GitHub) ↗

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

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