Wie kommt eine KI an die Daten im KIS? HL7, FHIR und ISiK erklärt
Eine KI liest Daten aus dem KIS nur über eine Schnittstelle, die der Hersteller oder das Haus bereitstellt. Üblich sind HL7 v2 über den Kommunikationsserver, FHIR R4 nach den ISiK-Festlegungen der gematik oder eine Datenplattform nach openEHR oder FHIR. Jedes Haus setzt das anders um; ein Konnektor wird deshalb je Haus eingerichtet, abgestimmt mit dem Hersteller. Viele Anwendungsfälle laufen ohne KIS, mit Dokumenten, Leitlinien und E-Mails.
Welche Wege ins KIS gibt es?
| Weg | Was es ist | Typisch für |
|---|---|---|
| HL7 v2 über den Kommunikationsserver | Nachrichten über Aufnahme, Verlegung, Befunde oder Aufträge, die das KIS an andere Systeme schickt | fast jedes deutsche Krankenhaus, seit Jahrzehnten |
| FHIR R4 | Moderne Schnittstelle über das Web: Daten als einzelne Ressourcen (Patient, Fall, Diagnose, Dokument), gezielt abfragbar | neuere KIS, ISiK, Datenintegrationszentren |
| Datenplattform nach openEHR oder FHIR | Klinische Daten aus vielen Systemen in einer Plattform, abfragbar über eine Schnittstelle, bei openEHR mit der Abfragesprache AQL | Häuser mit eigener Datenplattform, Universitätskliniken |
| Schnittstelle des Herstellers | eigene Schnittstelle des KIS-Herstellers | je nach System |
| Ohne Schnittstelle | Briefe und Befunde als Dokument hochladen | Start, einzelne Fälle |
HL7 v2 ist ein Nachrichtenstandard: Das KIS meldet Ereignisse, etwa eine Aufnahme, und der Kommunikationsserver verteilt sie an Labor, Radiologie oder Abrechnung. Für eine KI, die gezielt nachfragen will („Welche Befunde hat dieser Fall?“), ist das nur bedingt geeignet, weil Nachrichten fließen und nicht abgefragt werden.
FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) ist der neuere Standard von HL7. Daten sind einzelne Ressourcen, die eine berechtigte Anwendung über das Web lesen kann. Für eine KI ist das der passendere Weg.
Was ist ISiK, und was bringt es?
ISiK steht für Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern. Die gematik legt darin fest, wie Systeme im Krankenhaus Daten über FHIR bereitstellen, in Modulen wie Basis, Dokumentenaustausch, Medikation oder Terminplanung. Rechtsgrundlage sind §§ 371 und 373 SGB V: Hersteller lassen ihre Systeme bestätigen, und die Deutsche Krankenhausgesellschaft legt fest, welche Systeme betroffen sind.
Für eine KI heißt das: Ein KIS mit ISiK-Schnittstelle stellt Stammdaten, Fälle, Diagnosen oder Dokumente in einer festgelegten Form bereit. Zwei Einschränkungen bleiben:
- Umfang: ISiK legt Mindestinhalte fest. Was ein KIS darüber hinaus anbietet und für welche Anwendung es freigibt, entscheiden Hersteller und Haus.
- Stand: Welche Stufen bis wann gelten, wird gerade neu geregelt; eine Änderung der zugehörigen Verordnung war im Februar 2026 im Entwurf, die DKG hat dazu Stellung genommen. Fragen Sie Ihren Hersteller, welche ISiK-Module Ihr System heute bestätigt anbietet.
Was macht die Anbindung im Einzelfall aufwendig?
FHIR legt Format und Schnittstelle fest, aber jedes System setzt es anders um: mit eigenen Profilen (im KIS nach ISiK, im Datenintegrationszentrum nach dem Kerndatensatz der Medizininformatik-Initiative, dazu Profile der Hersteller), mit unterschiedlich freigegebenen Daten und mit eigener Anmeldung. Deshalb gibt es keinen FHIR-Konnektor, der ohne Einrichtung mit jedem Haus funktioniert.
Klären Sie vor jeder Anbindung:
- Welche Daten braucht der Anwendungsfall? Für einen Entlassbrief andere als für eine Studienrecherche.
- Wer stellt den Zugang bereit, und was kostet er beim Hersteller?
- Mit wessen Rechten liest die KI? Am besten mit den Rechten der Person, die fragt, nicht über ein Dienstkonto, das alles sieht.
- Nur lesen oder auch schreiben? Lesen genügt für die meisten Fälle.
- Was wird protokolliert? Jeder Zugriff auf Patientendaten gehört ins Protokoll.
Wie geht das mit basebox?
basebox ist an kein KIS angebunden, bevor Ihr Hersteller den Zugang bereitstellt. Klinische Systeme binden wir an, sobald der Zugang da ist: über die FHIR-Schnittstelle nach ISiK, über eine Datenplattform Ihres Hauses, etwa nach openEHR, oder über eine Schnittstelle, die Ihr Haus schon nutzt. Für Labor, Radiologie, Abrechnung und Pflegedokumentation gilt dasselbe.
- FHIR-Konnektor: spricht FHIR R4, Status „Einrichtung je Haus“. Welche Daten basebox lesen darf und wie es sich anmeldet, klären wir vorab mit Ihnen und dem Hersteller. Den Aufwand prüfen wir kostenlos.
- Kommunikationsserver und Datenplattformen: basebox kann an beides andocken und erreicht dann, was dort schon zusammenläuft. Datenplattformen etwa von Better, vitagroup oder i-engineers binden wir auf Anfrage an.
- Zugriff: standardmäßig nur lesend, mit den Rechten der Person, die fragt, ohne gemeinsames Dienstkonto; jeder Aufruf steht im Audit-Log.
- Preis: Komplexe Systeme wie ein KIS kosten als neuer Konnektor einmalig 13.800 €, 6.900 €, wenn er in unsere Bibliothek darf; die Konzeption ist kostenlos (Listenpreise netto).
Viele Anwendungsfälle laufen ohne KIS, mit Dokumenten, Leitlinien und E-Mails. Der Konnektor OrbisF1 liest die Hilfeseiten von ORBIS, nicht das KIS selbst.
Häufige Fragen
Ist basebox schon an unser KIS angebunden?
Nein, nicht von selbst. Den Zugang zum KIS stellt der Hersteller bereit. Liegt er vor, bauen wir den Konnektor, abgestimmt mit Ihnen und dem Hersteller. Den Aufwand prüfen wir kostenlos.
Darf eine KI in das KIS schreiben?
Technisch, wenn die Schnittstelle es erlaubt. Bei basebox sind Konnektoren standardmäßig nur lesend; schreibende Zugriffe stimmen wir mit Ihnen ab und geben sie gezielt frei. Über Einträge in der Akte entscheidet immer eine Fachperson.
Ersetzt eine KI-Plattform die KI im KIS?
Nein. Die KI des KIS-Herstellers arbeitet im KIS. Eine KI-Plattform deckt das ganze Haus ab: Dokumente, Leitlinien, E-Mails und weitere Systeme. Ist das KIS angebunden, nutzt sie auch seine Daten.
Quellen
- HL7 International: HL7 Version 2 Product Suite ↗
- HL7 FHIR Release 4 (R4) ↗
- gematik: ISiK, Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern ↗
- § 371 SGB V: Anforderungen an offene und standardisierte Schnittstellen ↗
- § 373 SGB V: Festlegungen für Schnittstellen in Krankenhaus und Pflege ↗
- DKG: Stellungnahme zur 2. Änderung der GIGV (19.02.2026) ↗
- openEHR Foundation ↗
- Medizininformatik-Initiative: Kerndatensatz ↗
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.