DRG-Grouper und KI: Was der Grouper macht und wo KI hilft
Ein Grouper ordnet einen Krankenhausfall nach festen Regeln einer DRG zu, in der Psychiatrie einer PEPP. Eingaben sind die Kodes nach ICD-10-GM und OPS sowie Angaben wie Alter, Verweildauer und Beatmungsstunden. Abgerechnet wird nur mit einem vom InEK zertifizierten Grouper. KI ersetzt den Grouper nicht: Sie hilft vorher, beim Finden und Belegen der Kodes, und nachher beim Erklären und Prüfen.
Was macht ein Grouper?
Ein Grouper ordnet einen Krankenhausfall einer Fallpauschale zu, im somatischen Bereich einer DRG, in Psychiatrie und Psychosomatik einer PEPP. Er arbeitet nach festen Regeln, die das InEK im Definitionshandbuch beschreibt, und liefert für dieselben Eingaben immer dasselbe Ergebnis.
| Eingabe | Beispiel |
|---|---|
| Hauptdiagnose und Nebendiagnosen | Kodes nach ICD-10-GM |
| Prozeduren | Kodes nach OPS |
| Angaben zum Fall | Alter, Geschlecht, Verweildauer, Aufnahme- und Entlassart, Beatmungsstunden |
Aus der DRG ergibt sich mit dem Fallpauschalen-Katalog die Vergütung. Welche Kodes in den Grouper gehen, bestimmen die Deutschen Kodierrichtlinien; die Kodierung ist die eigentliche Fachaufgabe, der Grouper rechnet.
Warum zertifiziert das InEK den Grouper?
Krankenhaus, Krankenkasse und Medizinischer Dienst müssen für denselben Fall zur selben DRG kommen. Deshalb entwickeln die Hersteller ihre Grouper nach den Vorgaben des InEK, und das InEK zertifiziert sie für jede Version des Entgeltsystems, also jährlich. Für 2026 sind auch die Versionen für Fälle zertifiziert, die über den Jahreswechsel laufen.
Zertifizierte Grouper gibt es von rund 20 Herstellern, unter anderem von CGM, Dedalus, GEOS, ID Berlin, Lohmann & Birkner, Solventum (früher 3M) und Tiplu. Sie stecken im KIS, in Software für das Medizincontrolling oder laufen als eigenes Programm.
Was ändert sich mit Krankenhausreform und Hybrid-DRG?
- Leistungsgruppen: Das InEK entwickelt einen Grouper, der Fälle den Leistungsgruppen der Krankenhausreform zuordnet. Er ist Grundlage für Leistungsplanung und Vorhaltevergütung und wird ebenfalls für Hersteller zertifiziert.
- Hybrid-DRG: Bestimmte Eingriffe werden nach § 115f SGB V gleich vergütet, ob ambulant oder stationär. Auch sie werden mit einem zertifizierten Grouper ermittelt.
Für Krankenhäuser heißt das: Der Grouper wird wichtiger, nicht weniger wichtig, und die Kodierung entscheidet noch stärker über Vergütung und Leistungsgruppen.
Wo hilft KI, und wo nicht?
| Schritt | Wer macht es | Was KI beitragen kann |
|---|---|---|
| Dokumentation lesen | Kodierfachkraft | Fundstellen zu Diagnosen und Prozeduren zusammenstellen |
| Kodieren | Kodierfachkraft | Hinweise auf fehlende Kodes mit Beleg; Fragen zu den Kodierrichtlinien mit Quelle |
| DRG bestimmen | zertifizierter Grouper | nichts: Hier zählt nur das zertifizierte Ergebnis |
| Ergebnis prüfen | Medizincontrolling | auffällige Fälle erklären, etwa warum eine Nebendiagnose die DRG ändert |
| MD-Prüfung | Medizincontrolling | Stellungnahmen und Widersprüche als Entwurf mit Beleg aus der Akte |
Ein Sprachmodell kann die DRG nicht verbindlich bestimmen: Es rechnet nicht regelbasiert, und abgerechnet wird nur mit einem zertifizierten Grouper. Sinnvoll ist KI vor und nach dem Grouper. Wie genau Sprachmodelle heute kodieren, steht in Wie gut kodiert KI?.
Wie ist das bei basebox?
basebox ist kein Grouper und keine Kodiersoftware. Das Medizincontrolling nutzt basebox für die Arbeit um den Grouper herum: Hinweise auf fehlende Kodes zur Prüfung durch die Kodierfachkraft, Auskünfte zu Kodierrichtlinien und Katalogen mit Quelle, Entwürfe für MD-Widersprüche aus der Fallakte. Die DRG bestimmt weiter der zertifizierte Grouper Ihres Hauses. Fachsoftware für Kodierung und Fallbegleitung bringt den Grouper oft gleich mit, etwa die Produkte von ID Berlin oder Tiplu.
Hinweis: Stand 19. Oktober 2026. Welche Grouper für welche Version zertifiziert sind, veröffentlicht das InEK.
Häufige Fragen
Was ist ein DRG-Grouper?
Eine Software, die einen Krankenhausfall nach den Regeln des InEK einer Fallpauschale (DRG) zuordnet. Sie wertet Diagnosen und Prozeduren, Alter, Geschlecht, Verweildauer, Aufnahme- und Entlassart sowie Beatmungsstunden aus. Für Psychiatrie und Psychosomatik gilt dasselbe mit PEPP.
Warum muss der Grouper zertifiziert sein?
Weil die Abrechnung bei allen Beteiligten zum selben Ergebnis führen muss. Das InEK legt die Regeln fest und zertifiziert die Grouper der Hersteller für jede Version des Entgeltsystems, also jedes Jahr neu.
Kann ein Sprachmodell den Grouper ersetzen?
Nein. Der Grouper rechnet regelbasiert und muss immer dasselbe Ergebnis liefern; abgerechnet wird nur mit einem zertifizierten Grouper. Ein Sprachmodell kann davor Kodes vorschlagen und belegen und danach Ergebnisse erklären, aber nicht die DRG bestimmen.
Prüft der Medizinische Dienst den Grouper?
Nein, er prüft die Kodierung und die Abrechnung des Falls. Ist die Kodierung richtig, ergibt der zertifizierte Grouper die richtige DRG.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 19. Oktober 2026.