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AuswahlStand René HerzerMit KI erstellt

ISO 27001 und NIS2: Was selbstgebaute KI für Ihr ISMS bedeutet

Eine selbstgebaute KI gehört in das ISMS des Hauses, das sie betreibt. Nach ISO 27001 und NIS2 sind Sie dann für Risikoanalyse, Schwachstellen, Änderungen, Protokollierung, Zugangssteuerung, Notfallvorsorge und Lieferkette selbst zuständig, und weil Sie die Software zusammensetzen, auch für eine sichere Entwicklung. Ein Zertifikat für das Produkt gibt es nicht. Bei einer gekauften Plattform liefert der Anbieter Nachweise für seinen Teil; den Betrieb im eigenen Haus deckt weiter Ihr ISMS ab.

Was ändert sich am ISMS, wenn Sie KI selbst bauen?

Ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) erfasst alle wichtigen Werte und Dienste eines Hauses. Eine KI, die viele Beschäftigte mit sensiblen Daten nutzen, gehört dazu, egal woher sie kommt. Bauen Sie sie aus Open-Source-Bausteinen selbst, kommt eine Rolle hinzu: Sie sind nicht nur Betreiber, sondern auch Entwickler und Integrator der Lösung. Die Anforderungen, die sonst ein Anbieter für sein Produkt erfüllt, liegen dann in Ihrem ISMS.

Welche Anforderungen aus ISO 27001 greifen besonders?

ISO/IEC 27001:2022 verlangt eine Risikobehandlung mit Maßnahmen aus Anhang A, soweit sie für Ihre Risiken nötig sind. Für eine selbstgebaute KI sind das vor allem:

Thema (Anhang A) Was es für den Eigenbau heißt
Technische Schwachstellen (8.8) alle Schichten vom Treiber bis zur Oberfläche überwachen und patchen; siehe Sicherheitsupdates
Konfiguration und Änderungen (8.9, 8.32) Einstellungen festhalten, Änderungen testen und freigeben
Sichere Entwicklung (8.25, 8.28) eigene Verbindungen und Erweiterungen sicher entwickeln und prüfen
Zugangssteuerung (5.15 ff.) Rechte aus der Benutzerverwaltung, auch für Fachsysteme
Protokollierung (8.15) wer was wann getan hat, geschützt vor Änderung
Lieferanten und Lieferkette (5.19 bis 5.23) Open-Source-Projekte, Modelle und Dienstleister bewerten
Notfallvorsorge (5.30) Wiederanlauf planen und üben; siehe Notfallbetrieb

Ein Produkt-Zertifikat nach ISO 27001 gibt es nicht. Zertifiziert wird das ISMS einer Organisation mit einem festgelegten Geltungsbereich.

Was verlangt NIS2?

Die NIS2-Richtlinie verpflichtet wesentliche und wichtige Einrichtungen zu Risikomanagementmaßnahmen (Art. 21). Dazu gehören unter anderem Risikoanalyse, Bewältigung von Sicherheitsvorfällen, Aufrechterhaltung des Betriebs, Sicherheit der Lieferkette, Sicherheit bei Erwerb, Entwicklung und Wartung einschließlich Umgang mit Schwachstellen, Schulungen, Zugangskontrolle und Mehr-Faktor-Anmeldung. Für eine selbstgebaute KI heißt das: Die Punkte zu Entwicklung, Wartung und Schwachstellen tragen Sie selbst, statt sie bei einem Lieferanten zu prüfen.

Wie ist NIS2 in Deutschland, Österreich und der Schweiz umgesetzt?

  • Deutschland: Das NIS-2-Umsetzungsgesetz ist seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft und hat das BSI-Gesetz neu gefasst. Die Maßnahmen stehen in § 30 BSIG. Viele Krankenhäuser fallen je nach Größe als wichtige oder besonders wichtige Einrichtungen darunter. Die Kommunalverwaltung erfasst das Bundesgesetz nach verbreiteter Einschätzung grundsätzlich nicht; die Länder regeln ihre Verwaltung selbst. Kommunale Unternehmen, etwa Stadtwerke oder IT-Dienstleister, können betroffen sein.
  • Österreich: Das Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz 2026 (NISG 2026, BGBl. I Nr. 94/2025) wurde am 23. Dezember 2025 kundgemacht; seine Hauptbestimmungen gelten seit 1. Oktober 2026. Es setzt NIS2 um und verlangt Risikomanagementmaßnahmen von wesentlichen und wichtigen Einrichtungen, darunter im Gesundheitswesen.
  • Schweiz: Die Schweiz ist nicht an NIS2 gebunden. Seit 1. April 2025 gilt nach dem Informationssicherheitsgesetz (ISG) eine Meldepflicht für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen, binnen 24 Stunden an das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS). Erfasst sind unter anderem Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie Spitäler auf einer kantonalen Spitalliste.

Ob Ihr Haus betroffen ist, klären Sie mit der Betroffenheitsprüfung der zuständigen Behörde und Ihrem Informationssicherheitsbeauftragten.

Was prüfen Auditoren bei selbstgebauter KI?

  • eine aktuelle Liste aller Bausteine mit Version und Herkunft, auch der Modelle
  • Nachweise, dass Sicherheitshinweise verfolgt und Updates eingespielt werden
  • Rechtekonzept und Protokoll, mit Aufbewahrungsfristen
  • eine Risikoanalyse für die KI, etwa zu Datenabfluss und manipulierten Anweisungen
  • Notfallplan und geübte Wiederherstellung
  • Zuständigkeiten mit Vertretung; siehe Bus-Faktor

Wie geht das mit basebox?

basebox ist nach ISO 27001 zertifiziert; das Zertifikat gilt für das Managementsystem der basebox GmbH mit Herstellung, Implementierung und Betrieb der Software. Für NIS2, KRITIS und den B3S Krankenhaus bekommen Sie Nachweise für Ihre eigenen Pflichten. Eine Zuordnung unserer Maßnahmen zum B3S erstellen wir gerade, Sie bekommen sie auf Anfrage. Für die Cloud ist das Testat BSI C5 Typ 1 in Arbeit. Den Cyber Resilience Act setzen wir um: Software-Stückliste und Meldeweg für Sicherheitslücken stehen, die übrigen Pflichten folgen bis Dezember 2027. Beim Server in Ihrem Haus beschreibt das Zertifikat basebox als Lieferanten; den Betrieb des Servers deckt Ihr eigenes ISMS ab. Antworten für Ihre Sicherheitsprüfung stehen auf /sicherheit/fragen.

Keine Rechtsberatung: Dieser Ratgeber gibt einen Überblick, Stand 11. Oktober 2026. Ob und wie NIS2, das BSIG, das NISG 2026 oder das ISG für Ihr Haus gelten, prüfen Sie mit Ihrem Informationssicherheitsbeauftragten und gegebenenfalls rechtlicher Beratung.

Häufige Fragen

Kann man eine selbstgebaute KI nach ISO 27001 zertifizieren lassen?

Nicht die Software, sondern das ISMS der Organisation. Sie können den Betrieb der KI in den Geltungsbereich Ihres zertifizierten ISMS aufnehmen. Dann prüft der Auditor, ob die Maßnahmen dafür umgesetzt sind.

Brauchen wir zusätzlich ISO 42001?

ISO/IEC 42001 beschreibt ein Managementsystem für KI, etwa für Risiken, Datenqualität und Verantwortlichkeiten. Sie ist freiwillig und ersetzt ISO 27001 nicht. Für Häuser, die viele KI-Anwendungen selbst entwickeln, kann sie eine sinnvolle Ergänzung sein.

Ist basebox nach ISO 27001 zertifiziert?

Ja. Das Zertifikat gilt für das Managementsystem der basebox GmbH, mit Herstellung, Implementierung und Betrieb der Software. Beim Server in Ihrem Haus beschreibt es basebox als Lieferanten; den Betrieb des Servers deckt Ihr eigenes ISMS ab.

Quellen

  1. ISO/IEC 27001:2022 Informationssicherheits-Managementsysteme (ISO) ↗
  2. ISO/IEC 42001:2023 Managementsystem für KI (ISO) ↗
  3. Richtlinie (EU) 2022/2555 (NIS2), Art. 21 (EUR-Lex) ↗
  4. BSI: NIS-2-Umsetzungsgesetz ab 6. Dezember 2025 in Kraft (Pressemitteilung) ↗
  5. § 30 BSIG: Risikomanagementmaßnahmen (gesetze-im-internet.de) ↗
  6. OpenKRITIS: Sektor Staat und Verwaltung unter NIS2 ↗
  7. Österreich: Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz 2026, BGBl. I Nr. 94/2025 (RIS) ↗
  8. Schweiz: Informationssicherheitsgesetz (ISG), SR 128 (Fedlex) ↗
  9. Netzwoche: Meldepflicht für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen, BACS-Bilanz (30. September 2025) ↗

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

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