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AnwendungsfälleStand René HerzerMit KI erstellt

KI in der Radiologie-Praxis: Bilder, Befunde, Bürokratie

In der Radiologie-Praxis gibt es zwei Arten von KI. Bild-KI markiert auf Röntgen-, CT-, MRT- oder Mammographie-Aufnahmen Auffälligkeiten wie Brüche oder Rundherde; sie ist ein Medizinprodukt mit CE-Kennzeichnung und gilt nach der KI-Verordnung als Hochrisiko-System. Text-KI hilft beim Befundbericht, bei Patienteninformationen und in der Verwaltung. Für beide gelten Art. 9 DSGVO, § 203 StGB und bei Cloud-Diensten § 393 SGB V.

Welche KI gibt es für die Radiologie?

Bild-KI Text-KI
Was sie tut markiert Auffälligkeiten, misst, sortiert nach Dringlichkeit Entwürfe für Befundbericht, Briefe, Patienteninformationen; Auskunft aus Dokumenten
Medizinprodukt ja, mit CE-Kennzeichnung in der Regel nein, wenn sie keine Diagnose oder Therapie vorschlägt
Anbindung an PACS und Modalitäten an RIS, Praxisverwaltungssystem, Dokumente
Beispiele Gleamer, Anwendungen über Incepto oder deepc Sprachassistenten für den Befund, allgemeine KI-Plattformen

Was leistet Bild-KI heute?

Bild-KI ist auf einzelne Fragen trainiert und dafür zugelassen. Einige Beispiele, nach Angaben der Anbieter, Stand Oktober 2026:

  • Gleamer (Paris, seit März 2026 Teil von RadNet aus den USA) bietet Software für Knochenbrüche und Erkrankungen des Brustkorbs auf Röntgenbildern, Lungenrundherde im CT, Brustläsionen in der Mammographie und Auswertungen im MRT; RadNet nennt sechs Produkte mit CE-Kennzeichnung. Vergleich mit basebox →
  • Incepto (Paris) ist eine Plattform, über die Radiologien im Abonnement mehr als 30 Anwendungen von Partnern nutzen, angebunden über einen Zugangspunkt im Netz des Hauses. Vergleich →
  • deepc bietet mit deepcOS eine Plattform, die sich an Kliniksysteme wie PACS anbindet und KI-Anwendungen verschiedener Hersteller in den Ablauf bringt; genannt sind ISO 13485, ISO 27001 und ein C5-Testat.

Plattformen wie Incepto und deepc lösen ein praktisches Problem: Statt jede Bild-KI einzeln anzubinden, gibt es einen Anschluss für viele.

Was gilt für Bild-KI rechtlich?

  • Medizinprodukt: Software, die Informationen für Diagnose- oder Therapieentscheidungen liefert, ist nach Art. 2 Nr. 1 MDR ein Medizinprodukt und nach Regel 11 mindestens Klasse IIa. Eine Benannte Stelle prüft sie. CE-Kennzeichnung von KI-Diagnosesoftware →
  • KI-Verordnung: Ein solches Medizinprodukt ist zugleich ein Hochrisiko-KI-System (Art. 6 Abs. 1 mit Anhang I). Die Pflichten dafür gelten nach der Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 ab dem 2. August 2028. Für die Praxis als Betreiberin heißt das dann unter anderem: Einsatz nach Gebrauchsanweisung, menschliche Aufsicht durch geschulte Personen, Aufbewahrung der Protokolle (Art. 26).
  • Einkauf: Fragen Sie nach Zweckbestimmung, Klasse, Benannter Stelle, Gebrauchsanweisung und den Daten, mit denen das Produkt geprüft wurde.

Wo hilft Text-KI in der Radiologie-Praxis?

  • Befundbericht: Aus Diktat oder Stichpunkten entsteht ein strukturierter Entwurf, nach den Vorlagen der Praxis.
  • Für Patientinnen und Patienten: Befunde in verständlicher Sprache erklären, Vorbereitungshinweise für MRT oder CT, Übersetzungen in Herkunftssprachen.
  • Zuweiser: Antworten auf Anfragen, Zusammenfassungen von Vorbefunden aus mitgebrachten Unterlagen.
  • Verwaltung: Überweisungen und gescannte Unterlagen per Texterkennung lesen, Auskunft zur Abrechnung, Leitlinien und interne Anweisungen durchsuchen.

Für jeden Entwurf gilt: Die Radiologin oder der Radiologe prüft und unterschreibt.

Was gilt für Daten und Cloud?

Bilder und Befunde sind Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO); jeder Dienstleister braucht einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung und eine Verpflichtung nach § 203 Abs. 3 und 4 StGB. Radiologische Praxen sind Leistungserbringer nach dem SGB V: Läuft eine KI in der Cloud, muss der Anbieter nach § 393 SGB V ein C5-Testat oder ISO 27001 mit Maßnahmenplan nach § 1 C5GleichwV vorlegen. Das gilt für Bild-KI wie für Text-KI. Einzelheiten im Ratgeber KI in der Arztpraxis.

Keine Rechtsberatung: Die Hinweise ersetzen nicht die Prüfung durch Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine Rechtsberatung.

Wie geht das mit basebox?

basebox ist Text-KI, keine Bild-KI: basebox ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine zugelassene Software für die Befundung. basebox ist eine KI-Plattform für die übrigen Aufgaben im Haus. Die Spracherkennung wandelt Diktate in Text, die Texterkennung liest gescannte Dokumente, Apps erstellen Entwürfe für Briefe und Patienteninformationen, auch in Leichter Sprache. An RIS oder Praxisverwaltungssystem bindet basebox an, sobald der Hersteller den Zugang bereitstellt; den Konnektor bauen wir dann abgestimmt mit Ihnen und dem Hersteller.

basebox ist ISO 27001 zertifiziert. Für die Cloud auf unseren Servern führt basebox den Nachweis nach § 393 Abs. 4 SGB V über das ISO-Zertifikat mit Maßnahmenplan nach § 1 C5GleichwV und geht den Weg zum C5-Testat: zuerst Typ 1, danach Typ 2. Auf dem Server im eigenen Haus ist C5 nicht nötig, dort gelten Ihre Vorgaben als Betreiber. Bild-KI und basebox lassen sich nebeneinander nutzen.

Häufige Fragen

Wer haftet, wenn die Bild-KI einen Befund übersieht?

Die Befundung bleibt ärztliche Aufgabe. Die KI ist ein Hilfsmittel, das nach Gebrauchsanweisung eingesetzt wird; für Fehler des Produkts kann der Hersteller nach Produkthaftungsrecht haften. Wie sich das im Einzelfall verteilt, klären Berufshaftpflicht und Rechtsberatung.

Darf ein allgemeiner KI-Chat Röntgenbilder auswerten?

Für die Befundung nicht. Ein Werkzeug ohne medizinische Zweckbestimmung und ohne CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt ist dafür nicht geprüft. Für Diagnose und Therapie gehören zugelassene Produkte in den Ablauf.

Läuft Bild-KI im Haus oder in der Cloud?

Beides kommt vor: Manche Produkte laufen auf einem Rechner im Netz der Praxis, andere schicken die Bilder über einen Zugangspunkt in die Cloud des Anbieters. Fragen Sie nach Ort, Unterauftragsverarbeitern und, bei der Cloud, nach dem Nachweis nach § 393 SGB V.

Quellen

  1. Gleamer: Startseite, Produkte und Zahlen (abgerufen 11.10.2026) ↗
  2. RadNet: Pressemitteilung zur Übernahme von Gleamer, Form 8-K Exhibit 99.1 (2. März 2026) ↗
  3. Incepto: Startseite, Plattform und Zahlen (abgerufen 11.10.2026) ↗
  4. deepc: deepcOS (abgerufen 11.10.2026) ↗
  5. Verordnung (EU) 2017/745 (MDR), Art. 2 und Anhang VIII Regel 11, EUR-Lex ↗
  6. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 6 und 26, Anhang I, EUR-Lex ↗
  7. Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus zur KI), EUR-Lex ↗
  8. § 393 SGB V: Cloud-Einsatz im Gesundheitswesen ↗
  9. § 1 C5-Gleichwertigkeitsverordnung (C5GleichwV) ↗
  10. § 203 StGB: Verletzung von Privatgeheimnissen ↗

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

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