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AnwendungsfälleStand René HerzerMit KI erstellt

KI in der Wunddokumentation: was sie kann und was Fachpersonen bleibt

KI kann die Wunddokumentation entlasten: Sie fasst den Wundverlauf aus Einträgen zusammen, bringt diktierte Beobachtungen in eine feste Struktur und beantwortet Fragen zum Hausstandard. Apps, die Wunden auf Fotos vermessen oder einstufen, sind dagegen oft Medizinprodukte und brauchen eine CE-Kennzeichnung. Wundeinschätzung, Therapieplanung und Bewertung bleiben bei Pflegefachpersonen und Ärzten. Wundfotos sind Gesundheitsdaten und brauchen klare Regeln für Speicherung und Zugriff.

Wo kostet die Wunddokumentation Zeit?

Chronische Wunden wie Dekubitus, Ulcus cruris oder diabetisches Fußsyndrom heilen über Wochen und Monate. Für jede Wunde entstehen viele Einträge: Lage, Größe, Wundgrund, Exsudat, Wundrand, Schmerz, Verbandwechsel, Fotos. Wer eine Wunde übernimmt, muss sich den Verlauf aus vielen Einträgen zusammensuchen. Für Arztbriefe, Überleitungen und die Qualitätsprüfung wird derselbe Verlauf noch einmal zusammengefasst.

Grundlage ist in Deutschland der Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Seine 2. Aktualisierung ist im Juni 2025 erschienen. Er beschreibt unter anderem Assessment, Wundeinschätzung und die Förderung von Selbstmanagement und Lebensqualität.

Was kann KI bei der Wunddokumentation übernehmen?

Aufgabe Was KI tut Wer entscheidet
Verlauf zusammenfassen fasst die Einträge mehrerer Wochen zu einem kurzen Verlauf zusammen, etwa für Übergabe, Arztbrief oder Überleitung Pflegefachperson prüft und übernimmt
Einträge strukturieren bringt diktierte oder stichpunktartige Beobachtungen in die Felder des Hausstandards Pflegefachperson prüft
Lücken anzeigen weist auf fehlende Angaben hin, etwa Schmerz oder Datum des letzten Fotos Pflegefachperson ergänzt
Auskunft beantwortet Fragen zum Hausstandard und zu Verbandmitteln, mit Quelle Pflegefachperson, Wundexpertin, Ärztin oder Arzt
Fotos vermessen misst Fläche, Tiefe oder Gewebeanteile auf Fotos eigene Apps, oft Medizinprodukte (siehe unten)

Die Einschätzung der Wunde, die Pflegeplanung und die Bewertung des Verlaufs bleiben Aufgabe der Pflegefachperson; das Pflegeberufegesetz behält ihr die Erhebung des Pflegebedarfs und die Steuerung des Pflegeprozesses vor (§ 4 PflBG). Die Therapie verordnet die Ärztin oder der Arzt.

Wann ist Wund-Software ein Medizinprodukt?

Das entscheidet die Zweckbestimmung des Herstellers. Software, die für einzelne Personen Informationen für Diagnose oder Therapie liefert, ist nach der Medizinprodukteverordnung (MDR) ein Medizinprodukt und fällt nach Regel 11 in Anhang VIII in der Regel mindestens in Klasse IIa. Das betrifft etwa Apps, die Wunden auf Fotos vermessen, Gewebe einstufen oder Behandlungen vorschlagen. Solche Produkte brauchen eine CE-Kennzeichnung mit Prüfung durch eine Benannte Stelle.

Eine KI, die vorhandene Einträge zusammenfasst oder umformuliert, ohne eigene Bewertung abzugeben, ist in der Regel kein Medizinprodukt. Fragen Sie Anbieter von Wund-Apps nach Zweckbestimmung, Risikoklasse und CE-Kennzeichnung. Mehr dazu: Ist KI ein Medizinprodukt?

Was gilt für Wundfotos?

  • Gesundheitsdaten: Wundfotos sind Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO. Sie gehören in die Pflegedokumentation, auf Geräte der Einrichtung, nicht auf private Smartphones oder in Messenger.
  • Würde: Fotografiert wird nur die Wunde, möglichst ohne Gesicht und ohne erkennbare Umgebung. Die Person oder ihre Vertretung wird informiert.
  • Anbieter: Mit jedem Anbieter, der Fotos oder Einträge verarbeitet, braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO) und eine Verpflichtung zur Verschwiegenheit (§ 203 StGB). Bei neuen KI-Systemen ist in der Regel eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig (Art. 35 DSGVO).
  • Training: Klären Sie schriftlich, ob der Anbieter Fotos oder Texte zum Training seiner Modelle verwendet.

Keine Rechtsberatung: Ob eine Software ein Medizinprodukt ist und wie Wundfotos zu speichern sind, klären Sie mit dem Hersteller, Ihrem Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls einer Rechtsberatung.

Wie führen Einrichtungen KI in der Wunddokumentation ein?

  1. Mit der Zusammenfassung anfangen: Sie spart Zeit bei Übergabe und Überleitung und trifft keine fachliche Entscheidung.
  2. Wundexpertinnen und Wundexperten beteiligen, auch beim Formulieren der Vorlage.
  3. Hausstandard hinterlegen, damit Vorschläge zur eigenen Struktur passen.
  4. Festlegen, wer KI-Entwürfe prüft und wie das in der Dokumentation erkennbar bleibt.
  5. Im Probebetrieb messen: gesparte Zeit, Korrekturen, fehlende Angaben.

Wie geht das mit basebox?

basebox ist eine KI-Plattform für Texte, Auskunft und Abläufe, keine Software zur Wundvermessung, und basebox ist kein Medizinprodukt. Unter den Anwendungsfällen für Kliniken steht „Wundverlauf textlich zusammenfassen“: Er läuft, sobald basebox an die Pflegedokumentation angebunden ist. Den Zugang zur Pflegedokumentation stellt deren Hersteller bereit; erst dann bauen wir den Konnektor, abgestimmt mit Ihrem Haus und dem Hersteller. Ohne Anbindung lassen sich Pflegeberichte aus Stichpunkten entwerfen und Fragen zu Expertenstandards und Hausstandards beantworten. Anwendungsfälle →

Bei Aufgaben mit Patientendaten liefert basebox Entwürfe und Zusammenfassungen mit Quelle, keine Diagnose und keinen Therapievorschlag; jedes Ergebnis prüft die Pflegefachperson, die Ärztin oder der Arzt. Ihre Daten trainieren kein Modell. AVV und Vereinbarung nach § 203 StGB stehen auf /sicherheit zum Herunterladen.

Häufige Fragen

Darf eine Pflegekraft Wundfotos mit dem privaten Smartphone machen?

Besser nicht. Wundfotos sind Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO. Sie gehören auf ein Gerät der Einrichtung und in die Pflegedokumentation, nicht in private Fotoalben oder Messenger. Regeln Sie das in einer Dienstanweisung und mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Ist eine KI, die den Wundverlauf zusammenfasst, ein Medizinprodukt?

In der Regel nicht, solange sie vorhandene Einträge zusammenfasst und keine Diagnose oder Therapieempfehlung für die einzelne Person ableitet. Entscheidend ist die Zweckbestimmung des Herstellers. Software, die Wunden vermisst, einstuft oder Behandlungen vorschlägt, fällt dagegen häufig unter die Medizinprodukteverordnung.

Was verlangt der Expertenstandard zur Dokumentation?

Der DNQP-Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ (2. Aktualisierung 2025) verlangt ein strukturiertes Assessment und eine regelmäßige Beurteilung der Wundheilung. Die Einzelheiten stehen in der Veröffentlichung des DNQP; KI kann helfen, die Einträge vollständig und einheitlich zu halten.

Quellen

  1. DNQP: Pressemitteilung zur 2. Aktualisierung des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ (Juni 2025) ↗
  2. Verordnung (EU) 2017/745 (Medizinprodukteverordnung, MDR), Anhang VIII Regel 11, EUR-Lex ↗
  3. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 9, 28, 35, EUR-Lex ↗
  4. § 4 Pflegeberufegesetz: Vorbehaltene Tätigkeiten ↗
  5. § 113 SGB XI: Maßstäbe und Grundsätze, Pflegedokumentation ↗
  6. § 203 StGB: Verletzung von Privatgeheimnissen ↗

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

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