Neues KI-Modell: Wie Sie nach einem Wechsel prüfen, ob alles noch passt
Nach einem Modellwechsel prüfen Sie mit einer festen Sammlung eigener Testfälle, ob die wichtigsten Apps weiter richtig arbeiten: gleiche Fragen, gleiche Dokumente, Vergleich mit den bisherigen Antworten. Achten Sie auf Inhalt, Quellen, Format, Sprache und Werkzeugaufrufe. Der Anbieter prüft das Modell allgemein, Ihr Haus prüft seine eigenen Abläufe. Stillschweigende Wechsel sollte es nicht geben; ein neues Modell gehört angekündigt und dokumentiert.
Warum ändert ein neues Modell die Ergebnisse?
Jedes KI-Modell antwortet anders: in Länge und Ton, bei der Auswahl von Quellen, beim Einhalten von Formaten und beim Aufruf von Werkzeugen. Ein neues Modell ist im Durchschnitt meist besser, kann aber einzelne Aufgaben schlechter lösen. Forscher aus Stanford und Berkeley haben 2023 die Fassungen bekannter Sprachmodelle vom März und vom Juni verglichen: Bei einzelnen Aufgaben unterschieden sie sich deutlich, mal zum Besseren, mal zum Schlechteren.
Für ein Haus heißt das: Eine App, die einen Entlassbrief oder einen Bescheid nach festem Aufbau entwirft, kann nach dem Wechsel Abschnitte vertauschen, Angaben weglassen oder Quellen anders zitieren, obwohl Anweisung und Dokumente gleich geblieben sind.
Was sollten Sie nach einem Wechsel prüfen?
| Kriterium | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Inhalt | Stimmen die Aussagen, fehlt etwas? | Medikation vollständig im Brief |
| Quellen | Werden die richtigen Stellen zitiert? | Leitlinie statt veralteter Fassung |
| Format | Hält die Antwort den Aufbau ein? | Gliederung des Bescheids |
| Sprache | Deutsch, Fachsprache, Leichte Sprache wie vorgegeben? | keine englischen Einsprengsel |
| Werkzeuge | Werden angebundene Systeme richtig abgefragt? | richtiges Postfach, richtige Suche |
| Grenzen | Lehnt die KI ab, was sie ablehnen soll? | keine Diagnose ohne Grundlage |
| Tempo | Kommt die Antwort in brauchbarer Zeit? | auch bei vielen Personen gleichzeitig |
Wie baut man eine Sammlung von Testfällen?
- Wichtige Apps auswählen: die meistgenutzten und die mit den größten Folgen bei Fehlern.
- Fälle festhalten: je App eine Handvoll typischer und schwieriger Eingaben, mit den Dokumenten, die dazugehören.
- Erwartung beschreiben: Was muss in der Antwort stehen, was darf nicht darin stehen? Eine Musterantwort hilft.
- Vor dem Wechsel laufen lassen: Ergebnisse des bisherigen Modells speichern.
- Nach dem Wechsel vergleichen: Fachleute aus dem Bereich bewerten, nicht nur die IT.
- Ergebnis dokumentieren: Datum, Modell und Version, geprüfte Fälle, Befund, Entscheidung.
Gibt es Abweichungen, hilft oft eine angepasste Anweisung in der App. Bleibt ein Problem, sprechen Sie mit dem Anbieter.
Was sagt die KI-Verordnung dazu?
Für die meisten Einsätze, etwa Entwürfe, Zusammenfassungen und Suche, ist eine KI-Plattform kein Hochrisiko-KI-System, und es gibt keine ausdrückliche Pflicht zur Prüfung nach einem Modellwechsel. Eine Prüfung ist trotzdem gute Praxis, weil Sie für die Ergebnisse verantwortlich bleiben.
Strenger ist es bei Hochrisiko-Systemen: Betreiber setzen sie nach der Gebrauchsanweisung ein und überwachen den Betrieb (Art. 26). Wer ein Hochrisiko-System wesentlich verändert, kann selbst zum Anbieter werden (Art. 25 mit Art. 3 Nr. 23). Ein Modellwechsel kann eine solche Veränderung sein, wenn der Hersteller ihn nicht vorgesehen hat. Für Systeme nach Anhang III gelten diese Pflichten nach der Änderungsverordnung (EU) 2026/1744 ab dem 2. Dezember 2027. Ob Ihr Einsatz darunter fällt: Hochrisiko-KI erkennen. Bei Medizinprodukten gelten zusätzlich deren Regeln: Ist KI ein Medizinprodukt?
Wie geht das mit basebox?
basebox wählt das KI-Modell aus und prüft neue Modelle, bevor sie kommen: auf Chat, lange Texte, Dokumentensuche, Werkzeugaufrufe, Deutsch und Last, mit Aufgaben aus Klinik und Verwaltung. Ein neues Modell kommt per Update, auch ohne Internet; Apps, Rechte und Daten bleiben dabei gleich. Einen stillen Wechsel auf ein anderes Modell gibt es nicht. Welches Modell in welcher Version geantwortet hat, ist dokumentiert, und ein Modellregister hält Entwickler, Version und Lizenz jedes Modells fest.
Zu jeder Version gibt es Release Notes, und Sie erfahren per E-Mail von neuen Versionen. Auf dem Server installiert sich nichts automatisch; ohne Betriebsauftrag spielen Sie Updates selbst ein und können vorher Ihre Testfälle bereitlegen. In der Cloud spielt basebox die Updates ein. Wünschen Sie ein bestimmtes Modell, auch ein eigenes, setzen wir es auf Wunsch ein.
Häufige Fragen
Wie viele Testfälle braucht man?
Für den Anfang reichen je wichtiger App fünf bis zehn typische Fälle, dazu einige schwierige: lange Dokumente, Tabellen, seltene Fachbegriffe. Wichtiger als die Zahl ist, dass die Fälle gleich bleiben, damit sich Ergebnisse vergleichen lassen.
Darf man echte Patienten- oder Bürgerdaten als Testfälle nutzen?
Besser nicht ohne Not. Erfundene oder unkenntlich gemachte Fälle reichen meist, wenn sie die typischen Schwierigkeiten enthalten. Nutzen Sie echte Daten, gelten dieselben Regeln wie im Betrieb.
Muss man jedes Update des Modells prüfen?
Ein Wechsel auf ein anderes Modell immer. Kleinere Änderungen, etwa an Einstellungen, verdienen eine kürzere Prüfung der wichtigsten Fälle. Fragen Sie Ihren Anbieter, wie er Änderungen ankündigt.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.