ROI von KI-Projekten berechnen: Methode, Studien, Beispielrechnung
Der ROI eines KI-Projekts ist der Nutzen abzüglich der Kosten, geteilt durch die Kosten. Der Nutzen ist vor allem gesparte Arbeitszeit mal Personalkosten je Stunde, die Kosten sind Lizenz, Einführung, Schulung und interner Aufwand. Große Studien messen 3 bis 5 % gesparte Arbeitszeit bei Personen, die KI nutzen; einzelne Schreibaufgaben gehen deutlich schneller. Rechnen Sie vorsichtig und prüfen Sie, ob die gesparte Zeit tatsächlich anders genutzt wird.
Wie berechnet man den ROI eines KI-Projekts?
Die Formel ist dieselbe wie bei jeder Investition: ROI = (Nutzen − Kosten) ÷ Kosten. Schwierig ist nicht die Formel, sondern was hineingehört. Bewährt hat sich ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren, weil Einführung und Schulung vor allem im ersten Jahr anfallen.
| Seite | Was hineingehört |
|---|---|
| Nutzen | gesparte Arbeitszeit × Personalkosten je Stunde; vermiedene Ausgaben, etwa für externe Übersetzungen oder Schreibdienste |
| Kosten, einmalig | Einführung, Anbindung an Ihre Systeme, Schulung, Hardware (beim Betrieb im eigenen Haus) |
| Kosten, laufend | Lizenz, Betrieb, Strom, Servicevertrag, interne Betreuung (Ansprechperson, Pflege der Apps) |
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen haushaltswirksamem und nicht haushaltswirksamem Nutzen. Gesparte Minuten senken die Personalkosten nur, wenn dadurch Stellen nicht nachbesetzt, Überstunden abgebaut oder Fremdleistungen eingespart werden. Sonst entsteht Freiraum für liegengebliebene Arbeit. Das ist ein echter Nutzen, sollte im Antrag aber getrennt ausgewiesen werden.
Wie viel Zeit spart KI nach seriösen Studien?
Die Spanne ist groß, je nachdem, ob ganze Arbeitstage oder einzelne Aufgaben gemessen werden:
| Studie | Was gemessen wurde | Ergebnis |
|---|---|---|
| Humlum, Vestergaard (Dänemark, rund 25.000 Beschäftigte in 11 Berufen) | gesparte Arbeitszeit im Alltag, Befragung und Registerdaten | im Mittel 3 % der Arbeitszeit |
| Federal Reserve Bank of St. Louis (USA, November 2024) | Selbstauskunft der Personen, die KI nutzen | 5,4 % der Arbeitsstunden, über alle Beschäftigten 1,4 % |
| UK Government Digital Service (20.000 Beschäftigte, 12 Behörden) | Selbstauskunft, drei Monate | im Mittel 26 Minuten pro Tag; 17 % sparten nichts |
| Noy, Zhang (Science, 453 Fachkräfte) | einzelne Schreibaufgaben im Experiment | 40 % weniger Zeit, Qualität um 18 % besser bewertet |
| Brynjolfsson, Li, Raymond (5.172 Beschäftigte im Kundenservice) | gelöste Anfragen je Stunde | 15 % mehr, vor allem bei neuen Beschäftigten |
| UCLA Health (238 Ärztinnen und Ärzte, randomisiert) | Schreibzeit je Arztnotiz | mit einem der beiden Werkzeuge rund 41 Sekunden weniger je Notiz, knapp 10 % mehr Ersparnis als in der Kontrollgruppe |
Zwei Lehren daraus: Für einzelne, gut passende Aufgaben (Entwürfe, Zusammenfassungen, Antworten auf wiederkehrende Fragen) sind große Ersparnisse belegt. Über den ganzen Arbeitstag gerechnet bleiben es wenige Prozent, weil nur ein Teil der Arbeit aus solchen Aufgaben besteht.
Warum gesparte Zeit nicht automatisch Geld ist
Das britische Wirtschaftsministerium (Department for Business and Trade) hat 1.000 Beschäftigte mit einem KI-Assistenten ausgestattet. Ergebnis: Die meisten sparten Zeit, bei schriftlichen Aufgaben am meisten; bei manchen Aufgaben dauerte es aber länger als ohne KI. Einen belastbaren Beleg, dass die gesparte Zeit die Produktivität erhöht hat, fand die Auswertung nicht. Auch die dänische Studie findet bisher keine messbare Wirkung auf Arbeitsstunden und Löhne.
Für Ihre Rechnung heißt das:
- Selbstauskünfte abschlagen: Umfragen liefern meist höhere Werte als Messungen.
- Nur passende Aufgaben zählen: Rechnen Sie mit den Aufgaben, für die es fertige Apps gibt, nicht mit dem ganzen Arbeitstag.
- Nutzungsquote ansetzen: Nicht jede Person nutzt KI täglich. Schulung und fertige Apps entscheiden, wie viele es werden.
- Prüfaufwand abziehen: KI-Ergebnisse müssen gelesen und geprüft werden.
Beispielrechnung: Verwaltung mit 200 Personen
Die folgenden Werte sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Zusage. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein.
| Posten | Annahme | Betrag pro Jahr |
|---|---|---|
| Personen, die KI nutzen | 200 | – |
| Gesparte Zeit je Person | 1 Stunde pro Woche (rund 2,6 % bei 39 Stunden, also unter dem Mittel der Studien) | – |
| Arbeitswochen | 42 | – |
| Personalkosten je Stunde | 45 € (Durchschnitt der deutschen Wirtschaft 2025) | – |
| Nutzen | 200 × 1 h × 42 × 45 € | 378.000 € |
| Lizenz basebox, Cloud, 200 Personen | Listenpreis netto, 1 Jahr Laufzeit | 47.932 € |
| Interne Betreuung | Annahme: ein Viertel einer Stelle | 22.500 € |
| Laufende Kosten | 70.432 € | |
| ROI im laufenden Jahr | (378.000 − 70.432) ÷ 70.432 | rund 4,4 |
Im ersten Jahr kommen einmalige Kosten dazu, etwa die optionale Inbetriebnahme in Ihrer IT (24.900 €) und Konnektoren zu Systemen, die noch nicht in unserer Bibliothek sind. Halbieren Sie die gesparte Zeit auf 30 Minuten pro Woche, bleibt der Nutzen mit 189.000 € immer noch deutlich über den Kosten.
Aufschlussreich ist die Gegenrechnung: Bei rund 240 € Lizenz pro Person und Jahr und 45 € je Stunde ist die Lizenz nach gut fünf Stunden pro Person und Jahr bezahlt. Das sind etwa eineinhalb Minuten pro Arbeitstag.
Wie belastbar wird die Rechnung?
Am belastbarsten ist eine Messung im eigenen Haus: drei bis fünf Aufgaben auswählen, Zeit je Vorgang vorher messen, nach einigen Wochen mit KI erneut messen, Qualität mitbewerten. Mit diesen Werten statt der Studienwerte wird aus der Schätzung eine Rechnung, die auch der Rechnungsprüfung standhält. Fertige Apps für einzelne Aufgaben erleichtern das, weil sich Nutzung und Ergebnis je Aufgabe zuordnen lassen.
Wie geht das mit basebox?
Die Kostenseite ist bei basebox planbar: In der Cloud zahlen Sie pro Person und Jahr, mit dem Server einmal die Hardware und eine Lizenz pro Server, anmelden darf sich jeder. Alle Funktionen, Apps, Support und Updates sind in der Lizenz enthalten. Ihre eigene Personenzahl rechnet der Konfigurator in zwei Minuten, ohne Anmeldung. Ihren Preis berechnen →
Hinweis: Die Beispielrechnung beruht auf Annahmen. Studienwerte stammen aus anderen Ländern und Branchen und lassen sich nicht eins zu eins übertragen.
Häufige Fragen
Welche Personalkosten je Stunde setze ich an?
Ihre eigenen: Arbeitgeberkosten je geleisteter Stunde, also Gehalt, Sozialabgaben und Zusatzversorgung, geteilt durch die tatsächlich gearbeiteten Stunden. Kommunen nutzen dafür oft die Personalkostensätze der KGSt. Als grober Anhalt: Im Durchschnitt der deutschen Wirtschaft kostete eine Arbeitsstunde 2025 nach Destatis 45,00 €.
Zählt nur gesparte Zeit als Nutzen?
Nein, aber sie ist am leichtesten zu messen. Dazu kommen kürzere Durchlaufzeiten, weniger Rückfragen, schnellere Einarbeitung und Arbeit, die vorher liegen blieb. Diese Effekte beschreiben Sie besser in Worten und mit Kennzahlen als in Euro, damit die Rechnung belastbar bleibt.
Wie lange dauert es, bis sich KI rechnet?
Das hängt von der Gegenrechnung ab. Bei einer Lizenz von 240 € pro Person und Jahr und 45 € Personalkosten je Stunde reichen rund fünfeinhalb gesparte Stunden pro Person und Jahr, um die Lizenz zu decken. Einführung und Schulung kommen im ersten Jahr dazu.
Wie messe ich die Zeitersparnis im eigenen Haus?
Mit einer Vorher-nachher-Messung an wenigen klar abgegrenzten Aufgaben, etwa Antworten auf Anfragen oder Zusammenfassungen von Sitzungen: Zeit je Vorgang, Zahl der Vorgänge, Qualität. Selbsteinschätzungen per Umfrage sind leichter zu erheben, fallen aber meist höher aus als gemessene Werte.
Quellen
- Humlum, Vestergaard: Large Language Models, Small Labor Market Effects (NBER Working Paper 33777, 2025) ↗
- Federal Reserve Bank of St. Louis: The Impact of Generative AI on Work Productivity (27. Februar 2025) ↗
- Noy, Zhang: Experimental evidence on the productivity effects of generative artificial intelligence (Science, 2023) ↗
- Brynjolfsson, Li, Raymond: Generative AI at Work (Quarterly Journal of Economics 140/2, 2025; Vorfassung arXiv) ↗
- UK Government Digital Service: Microsoft 365 Copilot Experiment, Cross-Government Findings Report (Juni 2025) ↗
- UK Department for Business and Trade: Evaluation of the M365 Copilot Pilot (August 2025) ↗
- UCLA Health: Randomisierte Studie zu KI-Schreibassistenten in der Sprechstunde (NEJM AI, 26. November 2025) ↗
- Destatis: Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro (29. April 2026) ↗
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.