SPHN und BioMedIT: die Schweizer Forschungsdaten-Infrastruktur im Überblick
Das Swiss Personalized Health Network (SPHN) sorgt im Auftrag des Bundes dafür, dass Spitäler Gesundheitsdaten einheitlich für die Forschung aufbereiten. Verantwortlich ist die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) mit dem SIB Swiss Institute of Bioinformatics. Analysiert wird in BioMedIT, einer gesicherten Umgebung mit Standorten in Basel, Lausanne und Zürich. Eine KI-Plattform im Spital bekommt dadurch keinen Zugriff auf diese Daten; Versorgung und Forschung bleiben getrennte Wege.
Was ist SPHN?
Das Swiss Personalized Health Network (SPHN) stellt die Infrastruktur für Forschung mit Gesundheitsdaten in der Schweiz bereit. Es arbeitet im Auftrag des Bundes, unter der Verantwortung der SAMW und zusammen mit dem SIB Swiss Institute of Bioinformatics.
| Zeitraum | Phase | Bundesmittel laut SPHN |
|---|---|---|
| 2017–2020 | erste Förderperiode der nationalen Initiative | 68 Mio. Franken |
| 2021–2024 | zweite Förderperiode, Abschluss der Initiative Ende 2024 | 67 Mio. Franken |
| 2025–2028 | Festigung als dauerhafte Infrastruktur | 20,7 Mio. Franken für das Data Coordination Center (DCC) |
Seit 2025 hält die SAMW das Mandat für das DCC. Die Förderung einzelner Forschungsprojekte durch SPHN ist mit dem Ende der Initiative ausgelaufen; Projekte zahlen nun Gebühren für Dienste. Zu den Aufgaben im Mandat gehören die nationale Koordination, der rechtliche und ethische Rahmen, die Interoperabilität, eine Plattform zum Suchen und Auswerten, BioMedIT, ein nationales Repositorium für genetische Daten und standardisierte Daten aus Spitälern („National Data Streams“).
Wie kommen Daten aus dem Spital in die Forschung?
- Beschreiben: Das Spital bildet seine Daten im Semantic Interoperability Framework von SPHN ab. Es verbindet einen gemeinsamen Datensatz mit einem Austauschformat auf Basis von RDF und verweist auf Terminologien wie SNOMED CT, LOINC, ICD-10-GM, ATC und CHOP.
- Umwandeln: Der SPHN Connector, ein Open-Source-Werkzeug, läuft im Spital, wandelt die Daten in das RDF-Format um, entfernt Angaben, die eine Person erkennbar machen, und prüft die Qualität.
- Übertragen: Die Daten gehen verschlüsselt in BioMedIT.
- Auswerten: Forschende arbeiten in einem eigenen geschützten Bereich je Projekt und exportieren nur nicht sensible oder zusammengefasste Ergebnisse.
Ob ein Spital Daten weitergeben darf, regelt das Humanforschungsgesetz (HFG): in der Regel mit Einwilligung der Patientinnen und Patienten (Generalkonsent) oder mit Bewilligung einer Ethikkommission.
Was ist BioMedIT?
BioMedIT ist ein Projekt des SIB und Teil von SPHN: eine gesicherte Plattform für Forschung mit sensiblen Daten. Die Standorte in Basel, Lausanne und Zürich bilden eine gemeinsame Sicherheitszone. Forschungsgruppen verwalten über ein Portal Personen, Schlüssel und Datentransfers ihres Projekts; die Anmeldung erfolgt mit zwei Faktoren. BioMedIT steht Hochschulen, Forschungsinstituten, Spitälern und Dienstleistern in der Schweiz offen.
Worin unterscheidet sich das vom deutschen Weg?
| Schweiz (SPHN) | Deutschland (MII und NUM) | |
|---|---|---|
| Format | eigenes Framework, Austausch über RDF | Kerndatensatz in FHIR |
| Aufbereitung | im Spital mit dem SPHN Connector | im Datenintegrationszentrum jeder Uniklinik |
| Auswertung | zentral in BioMedIT | Bereitstellung über die Standorte, Antrag über das FDPG |
| Träger | SAMW mit SIB, Mandat des Bundes bis 2028 | Universitätskliniken, NUM; MII-Förderung bis 2026 |
Mehr zum deutschen Weg: Was ist ein Datenintegrationszentrum? und MII, NUM, FDPG ab 2027.
Bekommt eine KI-Plattform im Spital Zugriff auf SPHN-Daten?
Nein. SPHN und BioMedIT dienen genehmigten Forschungsprojekten. Eine KI-Plattform, die ein Spital für den Alltag einführt, arbeitet mit Dokumenten, Leitlinien, E-Mails und angebundenen Systemen, mit den Rechten der Person. Daten für die Forschung gibt das Spital je Projekt frei, auf Grundlage des HFG und mit seinen eigenen Gremien. Ansprechpartner dafür sind das Datenteam des Spitals und SPHN, nicht der Anbieter der Plattform.
Wie geht das mit basebox?
basebox bietet in der Schweiz die Cloud und den Server an. Die Server Klasse 1 bis 3 für Ihr Haus liefert unser Hardware-Partner FAST LTA in die Schweiz. Einen Server in einem Schweizer Rechenzentrum für die Cloud betreibt basebox noch nicht; er ist in Arbeit, spätestens 2027. Bis dahin läuft die Cloud auch für Schweizer Kunden in Deutschland. Für Schweizer Kunden gibt es eine Ergänzung zur AVV nach dem DSG und eine Vereinbarung zur Geheimhaltung nach Art. 321 StGB (siehe Sicherheit: Schweiz).
basebox bindet jedes System an, das seine Daten über eine Schnittstelle bereitstellt; den Zugang gibt das Spital frei. Für die Forschung bindet basebox nur Bestände an, die Ihr Haus dafür freigibt. Forschende bekommen einen persönlichen Schlüssel für die OpenAI-kompatible Schnittstelle; jeder Aufruf läuft mit den Rechten der Person und steht im Audit-Log.
Häufige Fragen
Ist SPHN das Schweizer Gegenstück zur Medizininformatik-Initiative?
In der Aufgabe ähnlich: Beide machen Routinedaten der Spitäler für die Forschung nutzbar. Im Aufbau unterscheiden sie sich: SPHN beschreibt die Daten in einem eigenen Format auf Basis von RDF und analysiert sie in BioMedIT, die Medizininformatik-Initiative arbeitet mit einem Kerndatensatz in FHIR und Datenintegrationszentren an jeder Uniklinik.
Wer darf BioMedIT nutzen?
Laut BioMedIT Schweizer Hochschulen, Forschungsinstitute, Spitäler, Dienstleister und weitere Interessierte, für Forschung an einem oder mehreren Standorten. Jedes Projekt bekommt einen eigenen geschützten Bereich, die Anmeldung erfolgt mit zwei Faktoren.
Fördert SPHN noch Forschungsprojekte?
Nein. Mit dem Ende der nationalen Initiative 2024 endete die Förderung einzelner Projekte durch SPHN. Seit 2025 tragen Projekte über Gebühren für Dienste zum Betrieb der Infrastruktur bei.
Quellen
- SPHN: Swiss Personalized Health Network ↗
- SPHN: Swiss Personalized Health Network ensures continuity (13.03.2025) ↗
- SAMW: SPHN – Swiss Personalized Health Network ↗
- SPHN: Interoperability Framework mit RDF-Schema (20.05.2021) ↗
- SPHN: Neue Fassung des Semantic Interoperability Framework (17.01.2025) ↗
- SPHN: Factsheet 2024 ↗
- BioMedIT: sichere Plattform für Forschung mit sensiblen Daten ↗
- SIB: Personalized Health Informatics (BioMedIT) ↗
- Bundesgesetz über die Forschung am Menschen (Humanforschungsgesetz, HFG), SR 810.30, Fedlex ↗
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.