KI für Arzt- und Entlassbriefe: Entwurf, Pflichtinhalte, Grenzen
KI entwirft Entlass- und Arztbriefe aus Stichpunkten, Diktat oder Akte, ordnet sie in die Gliederung des Hauses und prüft, ob die Pflichtinhalte nach dem Rahmenvertrag Entlassmanagement drin sind. Sie fasst Vorbefunde mit Quelle zusammen und schreibt Nachsorgehinweise verständlich. Den Brief prüft und unterschreibt die Ärztin oder der Arzt. Solange die KI formuliert und zusammenfasst, ohne Diagnosen oder Therapien vorzuschlagen, ist sie kein Medizinprodukt.
Warum kostet der Entlassbrief so viel Zeit?
Im MB-Monitor 2024 des Marburger Bunds gaben angestellte Ärztinnen und Ärzte an, im Durchschnitt etwa drei Stunden am Tag durch unnötige Bürokratie zu verlieren; 52 Prozent nannten häufige Mehrfacheingaben identischer Daten. Das ist eine Selbsteinschätzung, keine Zeitmessung, aber sie zeigt, wo es drückt. Der Entlassbrief ist dabei ein Schwerpunkt: Er fasst den ganzen Aufenthalt zusammen, muss am Entlasstag fertig sein und wird oft aus Verlauf, Befunden und Medikation von Hand zusammengetragen.
Was muss in den Entlassbrief?
Das Entlassmanagement gehört zur Krankenhausbehandlung (§ 39 Abs. 1a SGB V). Die Einzelheiten regelt der Rahmenvertrag Entlassmanagement von GKV-Spitzenverband, KBV und DKG, zuletzt geändert mit Wirkung ab 1. April 2026. Danach erhält die Patientin am Tag der Entlassung einen Entlassbrief, mindestens einen vorläufigen (§ 3). Er enthält nach § 9 mindestens:
- Stammdaten, Aufnahme- und Entlassdatum, behandelnde Ärztin oder behandelnder Arzt mit Telefonnummer
- Kennzeichnung als vorläufig oder endgültig, Einweisungsgrund
- Haupt- und Nebendiagnosen einschließlich multiresistenter Erreger, Entlassungsbefund, Epikrise, weiteres Vorgehen
- Arzneimittel mit Wirkstoff, Stärke und Dosierung bei Aufnahme und Entlassung, Änderungen, Unverträglichkeiten, Medikationsplan
- veranlasste Leistungen, Information zur Arbeitsunfähigkeit, nachfolgende Versorgungseinrichtung, mitgegebene Befunde
Wer mit mindestens drei verordneten Arzneimitteln entlassen wird, erhält einen Medikationsplan (§ 7). Krankenhäuser dürfen im Entlassmanagement Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel und häusliche Krankenpflege für bis zu sieben Tage verordnen und Arbeitsunfähigkeit für bis zu sieben Tage feststellen.
Wobei hilft KI?
| Aufgabe | Was die KI liefert | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Entlassbrief | Entwurf aus Stichpunkten, Diktat oder Verlauf, in der Gliederung des Hauses | Stichpunkte oder Akte |
| Pflichtinhalte | Hinweis, welche Angaben nach § 9 Rahmenvertrag fehlen | Vorlage des Hauses |
| Vorbefunde | Zusammenfassung mit Quelle | Anbindung des KIS |
| Sozialteil | Zusammenfassung für den Brief aus den Notizen des Sozialdienstes | Notizen |
| Patienteninformation | Nachsorgehinweise verständlich, auch in Leichter Sprache oder übersetzt | Brief, Hinweise |
Anträge auf Reha, Hilfsmittel und Pflegegrad und die Schreiben an Nachversorger entstehen im Sozialdienst; dazu der Ratgeber KI im Sozialdienst und Entlassmanagement.
Wo liegen die Grenzen?
- Prüfen und unterschreiben: Der Entlassbrief gehört in die Patientenakte (§ 630f BGB). Ein KI-Entwurf ist erst nach Prüfung durch die Ärztin oder den Arzt ein Brief.
- Nur Dokumentiertes: Die KI fasst zusammen, was in Stichpunkten oder Akte steht. Fehlt dort eine Diagnose, fehlt sie im Entwurf.
- Medikation genau prüfen: Wirkstoffe, Stärken und Dosierungen gehören gegen die Verordnung abgeglichen, nicht gegen die Zusammenfassung.
- Medizinprodukt: Schlägt eine Software selbst Diagnosen oder Therapien vor oder prüft sie die Medikation auf Wechselwirkungen, hat sie eine medizinische Zweckbestimmung. Wann wird ein KI-Arztbrief zum Medizinprodukt? →
Wie fangen Kliniken an?
- Mit dem Entlassbrief aus Stichpunkten, weil er ohne Anbindung an das KIS läuft.
- Hausvorlage hinterlegen: Gliederung, Pflichtinhalte nach Rahmenvertrag, Textbausteine.
- Freigaberegel festlegen: Wer prüft, wer unterschreibt, wie wird es dokumentiert?
- Sozialteil abstimmen: Welche Notizen des Sozialdienstes in den Brief kommen, legen ärztlicher Dienst und Sozialdienst gemeinsam fest.
- Danach das KIS anbinden, abgestimmt mit dem Hersteller, damit Vorbefunde und Verlauf aus der Akte kommen.
Wie geht das mit basebox?
„Entlassbrief“ ist eine der fertigen Apps von basebox: Aus einem Arztbrief oder Stichpunkten entsteht ein Entwurf. In der Liste stehen dazu „Entlassbrief-Entwurf aus Stichpunkten“, „Sozialteil Entlassbrief zusammenfassen“ und „Nachsorgehinweise patientengerecht aufbereiten“; sie laufen ab dem ersten Tag. „Vorbefund-Zusammenfassung aus KIS“ und „Pflegeüberleitungs-Bericht aus Pflegedoku entwerfen“ laufen nach Anbindung der Systeme; den Zugang stellt der Hersteller bereit. basebox ist kein Medizinprodukt: Es liefert Entwürfe und Zusammenfassungen mit Quelle, keine Diagnose und keinen Therapievorschlag; jedes Ergebnis prüft die Ärztin oder der Arzt. KI für Krankenhäuser →
Häufige Fragen
Wird ein KI-Arztbriefgenerator zum Medizinprodukt?
Nicht, solange er Text formuliert und Dokumentiertes zusammenfasst. Ergänzt er für einzelne Patienten Diagnosen, empfiehlt Therapien oder warnt vor Wechselwirkungen, hat er eine medizinische Zweckbestimmung. KI-Arztbrief und Medizinprodukt →
Wer haftet, wenn im KI-Entwurf ein Fehler steht?
Wer den Brief freigibt, muss ihn prüfen. Gegenüber der Patientin haftet das Krankenhaus aus dem Behandlungsvertrag. Haftung bei KI-Arztbriefen →
Kann die KI den Brief in die ePA stellen oder per KIM verschicken?
Das übernimmt das KIS oder das Kommunikationssystem des Hauses. Krankenhäuser müssen Entlassbriefe, die sie elektronisch verarbeiten, in die ePA übermitteln, wenn die Patientin nicht widerspricht (§ 348 Abs. 3 SGB V). Die KI liefert den Text, der Versand läuft über die vorhandenen Wege.
Quellen
- § 39 Abs. 1a SGB V: Entlassmanagement ↗
- GKV-Spitzenverband: Rahmenvertrag Entlassmanagement, 14. Änderungsvereinbarung (Lesefassung, in Kraft seit 01.04.2026) ↗
- § 630f BGB: Dokumentation der Behandlung ↗
- § 348 SGB V: Übermittlung von Daten in die elektronische Patientenakte ↗
- gematik: KIM, Kommunikation im Medizinwesen ↗
- Marburger Bund: MB-Monitor 2024, Zusammenfassung (6. Februar 2025) ↗
- Verordnung (EU) 2017/745 (Medizinprodukteverordnung), Art. 2 Nr. 1, EUR-Lex ↗
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.