basebox und Kiji Privacy Proxy von Dataiku: zwei Wege zum Datenschutz bei KI
Kiji Privacy Proxy ist ein Open-Source-Werkzeug von Dataiku: Es ersetzt personenbezogene Daten lokal durch Platzhalter, schickt den Text an ein Modell von OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral AI und setzt die Werte in der Antwort wieder ein; das ist eine andere Bauart als basebox. basebox ist für Patienten-, Bürger- und Sozialdaten gebaut: Das KI-Modell betreibt basebox selbst, in unserer Cloud in Deutschland oder auf einem Server bei Ihnen, mit AVV und Vereinbarung nach § 203 StGB.
Anbieter: Kiji Privacy Proxy (Dataiku) ↗FrankreichAngaben recherchiert am
Was unterscheidet basebox und Kiji Privacy Proxy auf einen Blick?
| Merkmal | basebox | Kiji Privacy Proxy |
|---|---|---|
| Was es ist | KI-Plattform: Chat, Apps, Konnektoren, Rechte, Protokoll | Open-Source-Proxy von Dataiku (Frankreich), der personenbezogene Daten vor dem Versand an ein fremdes Modell ersetzt |
| Gebaut für | Patienten-, Bürger- und Sozialdaten in Klinik und Verwaltung | Anwendungen, die Modelle großer Anbieter aufrufen; Desktop-Programm und Server für Teams |
| Wo das KI-Modell rechnet | Bei basebox: in unserer Cloud in Deutschland oder auf Ihrem Server | Bei OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral AI; der Anbieter sieht den Text mit Ersatzwerten |
| Verträge für Berufs- und Sozialgeheimnis | AVV und Vereinbarung nach § 203 StGB zum Herunterladen | Software zum Selbstbetrieb; die Verträge schließen Sie mit dem Modellanbieter |
| Betriebswege | Unsere Cloud in Deutschland oder Server bei Ihnen, im Rechenzentrum oder auf Hardware Ihrer Wahl | Desktop-Programm für macOS, Server unter Linux, selbst betrieben |
| Preis bei 200 Personen | Cloud rund 240 € pro Person und Jahr, KI-Modell und Konnektoren der Bibliothek inklusive; Server über fünf Jahre rund 267 € | Open Source (Apache 2.0), ohne Lizenzkosten; dazu Kosten des Modellanbieters |
| Nachweise | ISO 27001 zertifiziert (basebox GmbH), BSI C5 Typ 1 für die Cloud in Arbeit | Software zum Selbstbetrieb; Nachweise liegen beim Betreiber |
| Wer sieht Klartext | Nur Ihre Umgebung (Server bei Ihnen oder Ihre Umgebung in unserer Cloud) | Der Rechner oder Server, auf dem Kiji läuft |
Angaben zu Kiji nach Repository und Blog von Dataiku, Stand 11.10.2026.
Was ist Kiji Privacy Proxy?
Kiji Privacy Proxy stammt aus dem 575 Lab, der Open-Source-Initiative von Dataiku. Dataiku hat das Werkzeug im April 2026 veröffentlicht. Kiji sitzt zwischen einer Anwendung und der Schnittstelle eines KI-Anbieters: Es erkennt Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Kreditkartennummern und weitere Arten personenbezogener Daten, ersetzt sie durch realistische Ersatzwerte und schickt den so veränderten Text weiter. Kommt die Antwort zurück, setzt Kiji die echten Werte wieder ein.
Die Erkennung läuft laut Dataiku lokal, mit einem kleinen eigenen Erkennungsmodell und ohne Aufruf externer Dienste. Unter macOS gibt es ein Desktop-Programm, dazu eine Erweiterung für Chrome; unter Linux läuft Kiji als Server für Teams. Die Zuordnungen zwischen Platzhaltern und echten Werten lassen sich im Programm ansehen und löschen.
Wo laufen Plattform und KI-Modell?
Das ist der Kern des Unterschieds: Wohin gehen die Daten, und wer sieht Klartext?
Kiji: Klartext sieht nur der Rechner oder Server, auf dem Kiji läuft, also Ihre eigene Umgebung. Das KI-Modell läuft beim Anbieter, an den Kiji weiterleitet (OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral AI). Dieser Anbieter bekommt den Text mit Ersatzwerten. Was nicht als personenbezogen erkannt wird, etwa ein seltener Befund im Freitext oder eine Abkürzung, geht unverändert hinaus.
basebox: Plattform und KI-Modell laufen in Ihrer Umgebung: auf einem Server in Ihrem Haus (auf Wunsch ohne Internetverbindung) oder in einer eigenen, getrennten Umgebung in unserer Cloud im Rechenzentrum München-Ost. basebox schickt Ihre Daten standardmäßig an kein KI-Modell eines anderen Anbieters. Ein externes Modell gibt es nur als eigene App mit externem Modell, wenn Sie sie ausdrücklich einrichten lassen.
Ein erfundenes Beispiel zeigt die Grenze des Ersetzens: Ein Krankenhaus lässt den Fall „Maria Müller, 43, Starnberg, seltene Stoffwechselerkrankung“ zusammenfassen. Der Proxy ersetzt den Namen, Alter, Ort und Diagnose bleiben für die Zusammenfassung stehen. Zusammen können sie die Person trotzdem erkennbar machen. Mehr dazu im Ratgeber Anonymisierung oder eigene KI-Infrastruktur.
Was das für Patientendaten und das Sozialgeheimnis bedeutet, erklären die Ratgeber Art. 9 DSGVO und KI, § 203 StGB und KI und Steuer-, Sozial- und Meldegeheimnis bei KI.
Was kostet es?
Kiji ist Open Source unter der Apache-Lizenz 2.0 und kostet keine Lizenz. Dazu kommen die Kosten beim Modellanbieter und der Aufwand für Betrieb, Pflege und die Prüfung durch Ihren Datenschutz.
Bei basebox kostet die Cloud ab 5 Personen 490 € pro Person und Jahr und sinkt mit der Zahl der Personen, etwa auf 199 € bei 1.000 Personen (Listenpreise netto, 20 Mio. Tokens pro Person und Jahr). Der Server kostet mit Kauf, Lizenz und Servicevertrag über fünf Jahre umgerechnet bei 200 Personen rund 267 € pro Person und Jahr; anmelden darf sich jeder im Haus. Alle Werte rechnet der Preisrechner.
Was muss Ihre IT tun?
Kiji: Laut Anbieter läuft Kiji als Desktop-Programm für macOS mit Erweiterung für Chrome oder als Server unter Linux für Teams, selbst betrieben. Den weiteren Aufwand für Ihre IT nennt der Anbieter auf Anfrage.
basebox: In der Cloud bindet Ihre IT die Anmeldung an Ihre Benutzerverwaltung an (LDAP, OIDC oder SAML, etwa Active Directory oder Microsoft Entra ID); Betrieb, Updates und Sicherung übernehmen wir. Beim Server stellen Sie Stellplatz, Strom und Netz; unser Hardware-Partner FAST LTA liefert in drei Wochen und baut an einem Tag ein. Die Inbetriebnahme in Ihrer IT und den laufenden Betrieb übernehmen wir auf Wunsch. Fachsysteme wie das KIS binden wir an, sobald der Hersteller den Zugang bereitstellt.
Was Kiji mitbringt, was basebox nicht hat
- Open Source: Der Code ist frei einsehbar und anpassbar. basebox ist kein Open Source.
- Freie Wahl großer Modellanbieter: Kiji leitet an Modelle von OpenAI, Anthropic, Google und Mistral AI weiter.
- Ersetzen und Wiederherstellen: Kiji ersetzt personenbezogene Angaben vor dem Versand und setzt sie in der Antwort wieder ein. basebox ist dafür nicht gebaut, weil die Daten die Umgebung nicht verlassen.
- Ohne Lizenzkosten: Für einzelne Entwicklerinnen und Entwickler oder kleine Teams ein Einstieg ohne Vertrag.
Für wen passt was?
Kiji passt zu Teams, die Modelle großer Anbieter weiter nutzen wollen, vor allem Entwicklerinnen und Entwickler oder Anwendungen, bei denen wenige, klar erkennbare Angaben eine Person ausmachen (Namen, Adressen, Kontonummern). Es braucht eine eigene Prüfung, ob der verbleibende Text für den Modellanbieter anonym ist. basebox passt zu Krankenhäusern, Kommunen und Behörden, die Patienten-, Bürger- oder Sozialdaten im Freitext verarbeiten wollen: in unserer Cloud in Deutschland oder auf einem Server bei Ihnen, mit Rechten aus der eigenen Benutzerverwaltung und Protokoll. Beide Wege schließen sich nicht aus.
Häufige Fragen
Sind die Daten nach dem Ersetzen anonym?
Nicht automatisch. Für Ihre Organisation bleiben die Daten personenbezogen, denn Sie können die Platzhalter zuordnen (Art. 4 Nr. 5 DSGVO). Ob sie für den Modellanbieter anonym sind, hängt nach dem Urteil des EuGH vom 4.9.2025 (C-413/23 P) davon ab, welche Mittel ihm realistisch zur Identifizierung zur Verfügung stehen. Rechnet der Modellanbieter als Auftragsverarbeiter in Ihrem Auftrag, gilt nach dem Entwurf der EDPB-Leitlinien 02/2026 Ihre Sicht: Dann sind die Daten auch für ihn personenbezogen. Anonym aus Empfängersicht können sie nur für einen unabhängigen Empfänger sein. Alter, Ort und seltene Diagnose zusammen können eine Person trotzdem erkennbar machen.
Was kostet Kiji?
Kiji ist Open Source unter der Apache-Lizenz 2.0. Lizenzkosten fallen nicht an; dazu kommen die Kosten des Modellanbieters und der eigene Aufwand für Betrieb und Prüfung.
Lassen sich Kiji und basebox kombinieren?
Ein Proxy ist für Anfragen gedacht, die an ein fremdes Modell gehen. Bei basebox läuft das KI-Modell in Ihrer Umgebung; ein externes Modell gibt es nur als eigene App mit externem Modell, die Sie ausdrücklich einrichten lassen. Ob ein vorgeschalteter Proxy dort sinnvoll ist, klären Sie im Einzelfall mit Ihrem Datenschutz.
Quellen
- Dataiku: Kiji Privacy Proxy, Repository (abgerufen 11.10.2026) ↗
- Dataiku: Blog zu Kiji Privacy Proxy, 27.4.2026 (abgerufen 11.10.2026) ↗
- Dataiku: Pressemitteilung zum Start von Kiji Privacy Proxy (abgerufen 11.10.2026) ↗
- DSGVO, Art. 4 Nr. 5 (EUR-Lex) ↗
- EuGH, Urteil vom 4.9.2025, C-413/23 P, EDSB ./. SRB (EUR-Lex) ↗
- EDPB: Guidelines 02/2026 on Anonymisation, Entwurf, öffentliche Konsultation bis 30.10.2026 ↗
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Die Angaben über Kiji Privacy Proxy (Dataiku) stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen (Stand 11. Oktober 2026) und können sich geändert haben. Was öffentlich nicht bekannt ist, steht als offene Frage im Text. Korrekturen nehmen wir gern auf: support@basebox.ai. Keine Rechtsberatung, keine Haftung.