basebox und Kiji Privacy Proxy von Dataiku: zwei Wege zum Datenschutz bei KI
Kiji Privacy Proxy ist ein Open-Source-Werkzeug von Dataiku: Es erkennt personenbezogene Daten lokal, ersetzt sie durch Platzhalter, schickt den Text an ein Modell von OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral AI und setzt die Werte in der Antwort wieder ein. basebox ist keine Software derselben Art, sondern eine andere Architekturentscheidung: Plattform und KI-Modell laufen in Ihrer Umgebung, auf einem Server im Haus oder in unserer Cloud in München-Ost.
Anbieter: Kiji Privacy Proxy (Dataiku) ↗FrankreichAngaben recherchiert am
| Merkmal | basebox | Kiji Privacy Proxy |
|---|---|---|
| Was es ist | KI-Plattform mit Chat, Apps, Konnektoren, Rechten und Protokoll | Open-Source-Proxy, der personenbezogene Daten vor dem Versand an ein fremdes Modell ersetzt |
| Ansatz | Plattform und KI-Modell in Ihrer Umgebung | Daten verfremden, dann an ein fremdes Modell senden |
| KI-Modell | KI-Modell in basebox, auf unseren oder Ihren Servern | Modelle von OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral AI |
| Wer sieht Klartext | Nur Ihre Umgebung (Server im Haus oder Ihre Umgebung in unserer Cloud) | Der Rechner oder Server, auf dem Kiji läuft; der Modellanbieter sieht den verfremdeten Text |
| Betrieb | Cloud in Deutschland, Server bei Ihnen oder Hardware Ihrer Wahl | Desktop-Programm für macOS, Server unter Linux, selbst betrieben |
| Preis | Cloud ab 490 € pro Person und Jahr, Server mit Listenpreis | Open Source (Apache 2.0); dazu Kosten des Modellanbieters |
| Nachweise | ISO 27001 zertifiziert, BSI C5 Typ 1 in Arbeit | Software zum Selbstbetrieb; Nachweise liegen beim Betreiber |
Angaben zu Kiji nach Repository und Blog von Dataiku, Stand 11.10.2026.
Was ist Kiji Privacy Proxy?
Kiji Privacy Proxy stammt aus dem 575 Lab, der Open-Source-Initiative von Dataiku. Dataiku hat das Werkzeug im April 2026 veröffentlicht. Kiji sitzt zwischen einer Anwendung und der Schnittstelle eines KI-Anbieters: Es erkennt Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Kreditkartennummern und weitere Arten personenbezogener Daten, ersetzt sie durch realistische Ersatzwerte und schickt den so veränderten Text weiter. Kommt die Antwort zurück, setzt Kiji die echten Werte wieder ein.
Die Erkennung läuft laut Dataiku lokal, mit einem kleinen eigenen Erkennungsmodell und ohne Aufruf externer Dienste. Unter macOS gibt es ein Desktop-Programm, dazu eine Erweiterung für Chrome; unter Linux läuft Kiji als Server für Teams. Die Zuordnungen zwischen Platzhaltern und echten Werten lassen sich im Programm ansehen und löschen.
Wo laufen Plattform und KI-Modell?
Das ist der Kern des Unterschieds: Wohin gehen die Daten, und wer sieht Klartext?
Kiji: Klartext sieht nur der Rechner oder Server, auf dem Kiji läuft, also Ihre eigene Umgebung. Das KI-Modell läuft beim Anbieter, an den Kiji weiterleitet (OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral AI). Dieser Anbieter bekommt den Text mit Ersatzwerten. Was nicht als personenbezogen erkannt wird, etwa ein seltener Befund im Freitext oder eine Abkürzung, geht unverändert hinaus.
basebox: Plattform und KI-Modell laufen in Ihrer Umgebung: auf einem Server in Ihrem Haus (auf Wunsch ohne Internetverbindung) oder in einer eigenen, getrennten Umgebung in unserer Cloud im Rechenzentrum München-Ost. basebox schickt Ihre Daten standardmäßig an kein KI-Modell eines anderen Anbieters. Ein externes Modell gibt es nur als eigene App mit externem Modell, wenn Sie sie ausdrücklich einrichten lassen.
Ein erfundenes Beispiel zeigt die Grenze des Ersetzens: Ein Krankenhaus lässt den Fall „Maria Müller, 43, Starnberg, seltene Stoffwechselerkrankung“ zusammenfassen. Der Proxy ersetzt den Namen, Alter, Ort und Diagnose bleiben für die Zusammenfassung stehen. Zusammen können sie die Person trotzdem erkennbar machen. Mehr dazu im Ratgeber Anonymisierung oder eigene KI-Infrastruktur.
Was kostet es?
Kiji ist Open Source unter der Apache-Lizenz 2.0 und kostet keine Lizenz. Dazu kommen die Kosten beim Modellanbieter und der Aufwand für Betrieb, Pflege und die Prüfung durch Ihren Datenschutz.
Bei basebox kostet die Cloud ab 5 Personen 490 € pro Person und Jahr und sinkt mit der Zahl der Personen, etwa auf 203 € bei 1.000 Personen (Listenpreise netto, 20 Mio. Tokens pro Person und Jahr). Der Server der Klasse 1 kostet einmal 109.643 €, dazu 21.569 € Lizenz und 9.868 € Servicevertrag im Jahr; anmelden darf sich jeder im Haus. Alle Werte rechnet der Preisrechner.
Was Kiji mitbringt, was basebox nicht hat
- Open Source: Der Code ist frei einsehbar und anpassbar. basebox ist kein Open Source.
- Freie Wahl großer Modellanbieter: Kiji leitet an Modelle von OpenAI, Anthropic, Google und Mistral AI weiter.
- Ersetzen und Wiederherstellen: Kiji ersetzt personenbezogene Angaben vor dem Versand und setzt sie in der Antwort wieder ein. basebox ist dafür nicht gebaut, weil die Daten die Umgebung nicht verlassen.
- Ohne Lizenzkosten: Für einzelne Entwicklerinnen und Entwickler oder kleine Teams ein Einstieg ohne Vertrag.
Für wen passt was?
Kiji passt zu Teams, die Modelle großer Anbieter weiter nutzen wollen, vor allem Entwicklerinnen und Entwickler oder Anwendungen, bei denen wenige, klar erkennbare Angaben eine Person ausmachen (Namen, Adressen, Kontonummern). Es braucht eine eigene Prüfung, ob der verbleibende Text für den Modellanbieter anonym ist. basebox passt zu Krankenhäusern, Kommunen und Behörden, die Patienten-, Bürger- oder Sozialdaten im Freitext verarbeiten wollen, mit Rechten aus der eigenen Benutzerverwaltung und Protokoll, in der Cloud in Deutschland oder auf einem Server im eigenen Haus. Beide Wege schließen sich nicht aus.
Häufige Fragen
Sind die Daten nach dem Ersetzen anonym?
Nicht automatisch. Für Ihre Organisation bleiben die Daten personenbezogen, denn Sie können die Platzhalter zuordnen (Art. 4 Nr. 5 DSGVO). Ob sie für den Modellanbieter anonym sind, hängt nach dem Urteil des EuGH vom 4.9.2025 (C-413/23 P) davon ab, welche Mittel ihm realistisch zur Identifizierung zur Verfügung stehen. Rechnet der Modellanbieter als Auftragsverarbeiter in Ihrem Auftrag, gilt nach dem Entwurf der EDPB-Leitlinien 02/2026 Ihre Sicht: Dann sind die Daten auch für ihn personenbezogen. Anonym aus Empfängersicht können sie nur für einen unabhängigen Empfänger sein. Alter, Ort und seltene Diagnose zusammen können eine Person trotzdem erkennbar machen.
Was kostet Kiji?
Kiji ist Open Source unter der Apache-Lizenz 2.0. Lizenzkosten fallen nicht an; dazu kommen die Kosten des Modellanbieters und der eigene Aufwand für Betrieb und Prüfung.
Lassen sich Kiji und basebox kombinieren?
Ein Proxy ist für Anfragen gedacht, die an ein fremdes Modell gehen. Bei basebox läuft das KI-Modell in Ihrer Umgebung; ein externes Modell gibt es nur als eigene App mit externem Modell, die Sie ausdrücklich einrichten lassen. Ob ein vorgeschalteter Proxy dort sinnvoll ist, klären Sie im Einzelfall mit Ihrem Datenschutz.
Quellen
- Dataiku: Kiji Privacy Proxy, Repository (abgerufen 11.10.2026) ↗
- Dataiku: Blog zu Kiji Privacy Proxy, 27.4.2026 (abgerufen 11.10.2026) ↗
- Dataiku: Pressemitteilung zum Start von Kiji Privacy Proxy (abgerufen 11.10.2026) ↗
- DSGVO, Art. 4 Nr. 5 (EUR-Lex) ↗
- EuGH, Urteil vom 4.9.2025, C-413/23 P, EDSB ./. SRB (EUR-Lex) ↗
- EDPB: Guidelines 02/2026 on Anonymisation, Entwurf, öffentliche Konsultation bis 30.10.2026 ↗
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Die Angaben über Kiji Privacy Proxy (Dataiku) stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen (Stand 11. Oktober 2026) und können sich geändert haben. Was öffentlich nicht bekannt ist, steht als offene Frage im Text. Korrekturen nehmen wir gern auf: support@basebox.ai. Keine Rechtsberatung, keine Haftung.