KI im OP: Dokumentation und Vorbereitung
Im OP-Umfeld hilft KI vor allem vor und nach dem Eingriff: Sie macht aus einem Diktat einen OP-Bericht als Entwurf, bereitet Aufklärungsunterlagen verständlich auf, findet Antworten in SOPs, Hygieneplänen und Gerätehandbüchern und fasst Vorbefunde zusammen. Den Bericht prüft und verantwortet die Operateurin oder der Operateur (§ 630f BGB), die Aufklärung bleibt ein mündliches Gespräch (§ 630e BGB). Entscheidungen am Tisch trifft keine Sprach-KI.
Wo hilft KI rund um den OP?
Die Zeit im OP selbst ist durch Technik und Abläufe bestimmt. Entlastung durch Sprach-KI gibt es vor allem davor und danach, wo geschrieben, gesucht und zusammengefasst wird:
| Phase | Aufgabe | Was die KI liefert |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Vorbefunde und Vorgeschichte sichten | Zusammenfassung mit Quelle, sobald das KIS angebunden ist |
| Vorbereitung | Aufklärungsunterlagen | verständliche Fassung, auch in Leichter Sprache oder übersetzt |
| Vorbereitung | Fragen zu SOPs, Hygieneplänen, Gerätehandbüchern | Antwort mit der zitierten Textstelle |
| Vorbereitung | OP-Checkliste des Hauses pflegen | Entwurf einer überarbeiteten Fassung, etwa nach einer neuen SOP |
| Nachbereitung | OP-Bericht | Entwurf aus Diktat oder Stichpunkten |
| Nachbereitung | Arztbrief, Verlegungsbrief | Entwurf aus Bericht und Verlauf |
Die OP-Checkliste selbst bleibt Teamarbeit. Die Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA verlangt OP-Checklisten bei Eingriffen mit zwei oder mehr Ärztinnen oder Ärzten oder unter Sedierung, ausgerichtet darauf, Verwechslungen von Patient, Eingriff und Seite zu vermeiden. Vorbild ist die Surgical Safety Checklist der WHO mit drei Haltepunkten: vor der Narkose, vor dem Schnitt und bevor der Patient den OP verlässt. Eine KI kann die Checkliste des Hauses mitpflegen, abhaken muss sie das Team.
Wie entsteht der OP-Bericht mit KI?
Die Operateurin oder der Operateur diktiert nach dem Eingriff wie gewohnt oder schreibt Stichpunkte. Die Spracherkennung macht daraus Text, die KI ordnet ihn in die Gliederung des Hauses: Indikation, Vorgehen, Befund, Besonderheiten, Verfahren nach dem Eingriff. Hinterlegte Hausvorlagen und Textbausteine sorgen dafür, dass Berichte einheitlich aussehen.
Rechtlich ist der Bericht Teil der Patientenakte. Nach § 630f BGB gehören die wesentlichen Maßnahmen und Ergebnisse hinein, und Änderungen müssen erkennbar bleiben. Ein KI-Entwurf ist deshalb erst nach Prüfung und Freigabe ein OP-Bericht. Was die KI nicht gehört oder gesehen hat, kann sie nicht ergänzen; fehlt etwas im Diktat, fehlt es im Entwurf.
Was darf KI bei der Aufklärung?
Die Aufklärung vor einem Eingriff ist ein Gespräch. § 630e BGB verlangt, dass sie mündlich durch die behandelnde Person oder eine Person mit der nötigen Ausbildung erfolgt und so rechtzeitig, dass die Patientin oder der Patient wohlüberlegt entscheiden kann. Schriftliche Unterlagen dürfen ergänzen, nicht ersetzen.
KI hilft beim Ergänzen: Sie formuliert Informationen in Leichter Sprache, übersetzt sie in Herkunftssprachen oder fasst Aufklärungsbogen und Akte als Vorbereitung für das Gespräch zusammen. Rechtlich geprüfte Aufklärungsbögen des Hauses ersetzt sie nicht; Übersetzungen medizinischer Inhalte gehören vor dem Einsatz fachlich geprüft.
Wo endet Sprach-KI im OP?
Software, die am einzelnen Patienten Diagnose oder Therapie unterstützt, etwa Bildauswertung, Navigation oder Warnungen während der Operation, hat eine medizinische Zweckbestimmung. Sie ist ein Medizinprodukt und braucht eine CE-Kennzeichnung nach der Medizinprodukteverordnung (Art. 2 Nr. 1 MDR, Leitlinie MDCG 2019-11). Eine Sprach-KI für Berichte, Suche und Zusammenfassungen ist dafür nicht gedacht: Sie liefert Entwürfe, die Entscheidung trifft das OP-Team. Ist KI ein Medizinprodukt? →
Wie fangen OP-Abteilungen an?
- Mit dem OP-Bericht aus Diktat, weil er ohne Anbindung an das KIS läuft.
- Hausvorlagen hinterlegen: Gliederung, Textbausteine, typische Eingriffe.
- SOPs, Hygienepläne und Gerätehandbücher als Dokumente bereitstellen, damit das Team darin fragen kann.
- Prüfregel festlegen: Wer gibt Entwürfe frei, und wie wird das dokumentiert?
- Schulen: Die KI-Verordnung verlangt KI-Kompetenz bei allen, die KI nutzen (Art. 4). KI-Kompetenz nach Art. 4 →
Wie geht das mit basebox?
In der Liste von basebox stehen für diesen Bereich unter anderem „OP-Bericht aus Diktat erstellen“ und „Diktat-Korrektur und Reinschrift aus Stichworten“ (ab dem ersten Tag startklar), „SOP-Entwurf und SOP-Suche“, „Hygienehandbuch-Auskunft zu Desinfektionsplänen“, „Suche in Geräte-Handbüchern“ und „Aufklärungsbogen-Entwurf in Leichter Sprache“ (nach kurzer Einrichtung). „Vorbefund-Zusammenfassung aus KIS“ und „Aufklärungsgespräch vorbereiten aus Aufklärungsbogen und Akte“ laufen erst nach Anbindung des KIS; den Zugang dazu stellt der Hersteller bereit. Jede Antwort aus Dokumenten zeigt ihre Quelle. basebox ist kein Medizinprodukt: Bei Aufgaben mit Patientendaten liefert es Entwürfe und Zusammenfassungen mit Quelle, keine Diagnose und keinen Therapievorschlag; jedes Ergebnis prüft die Ärztin oder der Arzt. Alle Anwendungsfälle →
Häufige Fragen
Darf ein KI-Entwurf als OP-Bericht in die Akte?
Ja, wenn die Operateurin oder der Operateur ihn prüft, korrigiert und freigibt. Die Patientenakte muss die wesentlichen Maßnahmen und Ergebnisse enthalten und Änderungen erkennbar machen (§ 630f BGB). Verantwortlich bleibt, wer operiert hat, nicht das Werkzeug.
Kann KI die Aufklärung vor der Operation übernehmen?
Nein. Die Aufklärung muss mündlich durch die behandelnde Person oder eine dafür ausgebildete Person erfolgen; schriftliche Unterlagen dürfen nur ergänzen (§ 630e Abs. 2 BGB). KI kann diese Unterlagen verständlicher machen oder übersetzen.
Ist KI, die während der Operation Hinweise gibt, ein Medizinprodukt?
In der Regel ja. Software, die bei einzelnen Patienten Diagnose oder Therapie unterstützt, etwa Bildauswertung oder Navigation, hat eine medizinische Zweckbestimmung und braucht eine CE-Kennzeichnung nach der MDR.
Quellen
- § 630f BGB: Dokumentation der Behandlung ↗
- § 630e BGB: Aufklärungspflichten ↗
- G-BA: Qualitätsmanagement-Richtlinie, Teil A § 4 (OP-Checklisten), in Kraft seit 20.08.2026 ↗
- WHO: Surgical Safety Checklist, Werkzeuge und Materialien ↗
- Verordnung (EU) 2017/745 (Medizinprodukteverordnung), Art. 2 Nr. 1, EUR-Lex ↗
- MDCG 2019-11 rev. 1: Qualification and Classification of Software (Juni 2025) ↗
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4, EUR-Lex ↗
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.