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AnwendungsfälleStand René HerzerMit KI erstellt

KI in der Psychotherapie-Praxis: Was ist möglich, was ist heikel?

In der Psychotherapie-Praxis hilft KI vor allem bei Verlaufsnotizen, Berichten und Anträgen sowie bei Briefen und Abrechnungsfragen. Manche Produkte nehmen dafür die Sitzung auf. Weil Therapiegespräche besonders vertraulich sind, braucht jede Aufnahme eine freiwillige Einwilligung, die Patientinnen und Patienten ohne Nachteil ablehnen können. Dazu kommen Schweigepflicht nach § 203 StGB, Art. 9 DSGVO, bei Cloud-Diensten der Nachweis nach § 393 SGB V und die eigene Verantwortung für jeden Text.

Wofür nutzen Psychotherapie-Praxen KI?

Der größte Aufwand neben den Sitzungen ist Schreibarbeit. Dort setzen die meisten Werkzeuge an:

  • Verlaufsnotizen: Aus einer Aufnahme oder aus Stichpunkten entsteht eine strukturierte Notiz zur Sitzung.
  • Berichte und Anträge: Entwürfe für Berichte, etwa im Antragsverfahren, aus den bisherigen Notizen.
  • Briefe: Befundberichte an Hausärztinnen, Konsiliarberichte, Bescheinigungen.
  • Organisation: Antworten auf Anfragen nach Therapieplätzen, Informationen für neue Patientinnen und Patienten, Fragen zur Abrechnung.

Zwei Anbieter, die sich ausdrücklich an Psychotherapie richten, Stand Oktober 2026 nach eigenen Angaben:

Anbieter Was er anbietet Betrieb und Nachweise
neoscript (Wuppertal) Dokumentation aus aufgenommenen Sitzungen, Berichte nach KBV-Vorgaben, Chat Server in Deutschland oder lokal auf Mac oder Windows; Zertifikate öffentlich nicht bekannt
VIA HealthTech Aufnahme, Abschrift und Zusammenfassung der Sitzung, Verlaufsnotizen, Berichte und Anträge Server in der EU; ISO 27001 und C5 Typ 2 laut Anbieter

Einzelheiten zu neoscript stehen im Vergleich basebox und neoscript.

Warum ist die Aufnahme einer Sitzung heikler als in der Arztpraxis?

In der Psychotherapie ist das Gespräch die Behandlung. Es enthält oft Angaben über Dritte, Partner, Familie oder Arbeitgeber, die nie zugestimmt haben. Und die Beziehung zwischen Therapeutin und Patient ist von Vertrauen und Abhängigkeit geprägt. Daraus folgt:

  • Freiwilligkeit: Eine Einwilligung zählt nur, wenn sie freiwillig ist (Art. 4 Nr. 11 und Art. 7 DSGVO). Patientinnen und Patienten müssen ohne Nachteil ablehnen und die Einwilligung jederzeit widerrufen können.
  • Strafbarkeit: Ohne Befugnis aufzunehmen, verletzt die Vertraulichkeit des Wortes (§ 201 StGB).
  • Wirkung auf die Sitzung: Ob jemand vor einem Mikrofon anders spricht, lässt sich vorher nicht sagen. Bieten Sie deshalb beides an: Aufnahme mit Zustimmung oder Notiz aus Stichpunkten nach der Sitzung.
  • Speicherung: Klären Sie, ob das Audio nach der Abschrift gelöscht wird und wie lange Abschrift und Entwurf bleiben.

Was gilt für Schweigepflicht und Datenschutz?

  • § 203 StGB: Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind Berufsgeheimnisträger. Dienstleister dürfen sie nur einbinden, wenn diese zur Verschwiegenheit verpflichtet sind (§ 203 Abs. 3 und 4 StGB). § 203 StGB und KI →
  • Art. 9 DSGVO: Angaben zur psychischen Gesundheit sind Gesundheitsdaten. Mit jedem Anbieter braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
  • § 393 SGB V: Psychotherapeutische Praxen mit Kassenzulassung sind Leistungserbringer nach dem SGB V. Für Gesundheitsdaten in einem Cloud-Dienst muss der Anbieter ein C5-Testat oder ISO 27001 mit Maßnahmenplan nach § 1 C5GleichwV vorlegen. Einzelheiten im Ratgeber KI in der Arztpraxis.
  • Dokumentation und Einsicht: Die Patientenakte führen Sie selbst (§ 630f BGB); Patientinnen und Patienten können sie einsehen (§ 630g BGB). Was ein KI-Entwurf formuliert, steht nach dem Speichern als Ihr Text in der Akte. Lesen Sie ihn deshalb wie einen eigenen.

Keine Rechtsberatung: Die Hinweise ersetzen nicht die Prüfung durch Ihren Datenschutzbeauftragten, Ihre Kammer oder eine Rechtsberatung.

Wie fangen Praxen am besten an?

  1. Ohne Aufnahme beginnen: Notizen aus Stichpunkten, Briefe und Berichte aus vorhandenen Texten. Das spart Zeit, ohne die Sitzung zu verändern.
  2. Anbieter prüfen: Ort der Verarbeitung, Training mit Daten, Speicherdauer, Nachweis nach § 393 SGB V, Vereinbarung nach § 203 StGB.
  3. Einwilligung vorbereiten: Text, Widerruf und Weg ohne Aufnahme, bevor die erste Sitzung aufgenommen wird.
  4. Jede Notiz prüfen, bevor sie in die Akte geht.

Wie geht das mit basebox?

basebox ist eine KI-Plattform für Häuser mit mehreren Beschäftigten, etwa MVZ, Kliniken mit psychiatrischen oder psychosomatischen Abteilungen und Ambulanzen. Mit Apps entstehen Briefe und Berichte aus Stichpunkten, und Dokumente lassen sich zusammenfassen. Die Spracherkennung wandelt Diktate in Text; ein Gespräch bis 30 Minuten lässt sich mit Einwilligung per Aufnahmetaste am Rechner aufnehmen, eine App macht daraus einen Bericht. Ohne Knopfdruck hört basebox nicht mit, und es überträgt nichts in die Praxissoftware. Rechte kommen aus Ihrer Benutzerverwaltung; wer eine App teilt, teilt nie Daten. Ihre Daten trainieren kein Modell.

Für Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten und andere Berufsgeheimnisträger gibt es die Vereinbarung nach § 203 StGB als Anlage zum Lizenzvertrag, dazu den AVV. Für die Cloud auf unseren Servern führt basebox den Nachweis nach § 393 Abs. 4 SGB V über das ISO-27001-Zertifikat mit Maßnahmenplan nach § 1 C5GleichwV und geht den Weg zum C5-Testat: zuerst Typ 1, danach Typ 2. Die Cloud beginnt bei 5 Personen; für eine Einzelpraxis passt oft ein Werkzeug für eine Person besser.

Häufige Fragen

Darf ich Sitzungen aufnehmen, um sie mit KI zu dokumentieren?

Nur mit Einwilligung der Patientin oder des Patienten. Wer das nicht öffentlich gesprochene Wort unbefugt aufnimmt, macht sich nach § 201 StGB strafbar. Die Einwilligung muss freiwillig sein: Wer ablehnt, wird ohne Aufnahme behandelt. Klären Sie außerdem, wie lange Aufnahme und Abschrift gespeichert werden.

Darf ich Notizen ohne Namen in einen frei verfügbaren KI-Chat kopieren?

Vorsicht: Therapienotizen enthalten oft Angaben, über die eine Person auch ohne Namen erkennbar bleibt, etwa Beruf, Wohnort oder Lebensereignisse. Dann sind es weiter Gesundheitsdaten. Für Patientendaten brauchen Sie einen Anbieter mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Verpflichtung nach § 203 StGB und Nachweis nach § 393 SGB V.

Gibt es KI, die Diagnosen in der Psychotherapie stellt?

Produkte, die Diagnosen oder Therapieentscheidungen für einzelne Patienten unterstützen, sind Medizinprodukte und brauchen eine CE-Kennzeichnung. Werkzeuge für Notizen und Berichte haben in der Regel keine solche Zweckbestimmung. Mehr dazu: Ist KI ein Medizinprodukt?

Quellen

  1. neoscript: Startseite und Produkte (abgerufen 11.10.2026) ↗
  2. neoscript: Technische Sicherheit (abgerufen 11.10.2026) ↗
  3. VIA HealthTech: KI-Praxissoftware für die Psychotherapie (abgerufen 11.10.2026) ↗
  4. § 203 StGB: Verletzung von Privatgeheimnissen ↗
  5. § 201 StGB: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ↗
  6. § 630f BGB: Dokumentation der Behandlung ↗
  7. § 630g BGB: Einsichtnahme in die Patientenakte ↗
  8. § 393 SGB V: Cloud-Einsatz im Gesundheitswesen ↗
  9. § 1 C5-Gleichwertigkeitsverordnung (C5GleichwV) ↗
  10. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 4 Nr. 11, Art. 7, Art. 9, EUR-Lex ↗

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

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