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TechnikStand René HerzerMit KI erstellt

KIS, Kommunikationsserver, Datenplattform, KI-Plattform: Wer macht was im Krankenhaus?

Im Krankenhaus teilen sich vier Systemarten die Arbeit. Das KIS führt Patientenakte und Abläufe der Versorgung. Der Kommunikationsserver, auch Interface-Engine genannt, leitet Nachrichten zwischen den Systemen weiter und übersetzt Formate. Eine Datenplattform nach openEHR oder FHIR speichert klinische Daten aus vielen Quellen einheitlich. Eine KI-Plattform beantwortet Fragen, entwirft Texte und führt Abläufe aus; an klinische Daten kommt sie nur über eine Schnittstelle, die Haus oder Hersteller freigibt.

Welche Aufgabe hat welches System?

System Aufgabe Beispiele (laut Hersteller)
KIS Patientenakte, Aufnahme, Dokumentation, Aufträge, Abrechnung: das System, in dem Ärztinnen, Ärzte und Pflege arbeiten ORBIS, CGM CLINICAL, NEXUS / KIS, iMedOne
Kommunikationsserver (Interface-Engine) Nachrichten zwischen KIS, Labor, Radiologie, Abrechnung und weiteren Systemen weiterleiten, Formate übersetzen, den Austausch überwachen InterSystems Health Connect, Rhapsody, Infor Cloverleaf, Mirth Connect (NextGen)
Datenplattform (openEHR, FHIR) Klinische Daten aus vielen Systemen in einem einheitlichen Modell speichern und für Abfragen bereitstellen Better Platform, vitagroup HIP, health-engine von the i-engineers
KI-Plattform Fragen beantworten, Texte entwerfen, Abläufe ausführen, über Dokumente und angebundene Systeme hinweg basebox, ChatGPT Enterprise, Langdock

Die vier Systemarten lösen verschiedene Aufgaben. Ein Haus braucht das KIS immer, einen Kommunikationsserver fast immer, eine Datenplattform eher bei vielen Systemen oder für Forschung, eine KI-Plattform für Texte und Wissen im ganzen Haus. Was die KIS-Hersteller an eigener KI mitbringen, steht in KI im KIS; welche Schnittstellen es gibt, in Wie kommt eine KI an die Daten im KIS?.

Was macht ein Kommunikationsserver?

Ein Kommunikationsserver sitzt zwischen den Systemen eines Hauses. Meldet das KIS eine Aufnahme, verteilt er die Nachricht an Labor, Radiologie und Abrechnung, jeweils im Format, das das Zielsystem versteht. Üblich ist HL7 v2, zunehmend auch FHIR. Dazu kommen Überwachung, Fehlersuche und Ausfallsicherheit, denn fällt der Kommunikationsserver aus, stehen viele Abläufe.

Wie groß diese Aufgabe ist, zeigt ein Beispiel: Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster verbindet laut Pressemitteilung von InterSystems vom 10.06.2026 über seinen Kommunikationsserver mehr als 50 Systeme mit rund 100 Datenverbindungen. Es hat dafür Mirth Connect durch InterSystems Health Connect ersetzt.

Für Häuser mit Mirth Connect kommt die Lizenz als Thema dazu: Mirth Connect gibt es ab Version 4.6 nur noch mit kommerzieller Lizenz; die letzte frei verfügbare Fassung ist 4.5.2 (NextGen Healthcare). Was das für die Beschaffung heißt: Lizenzrisiko bei Open-Source-Werkzeugen.

Was ist eine Datenplattform nach openEHR oder FHIR?

Eine Datenplattform speichert klinische Daten nicht als Nachricht, sondern dauerhaft und einheitlich. Bei openEHR sind Datenmodell und Anwendung getrennt: Fachleute legen die klinischen Inhalte in Archetypen fest, Anwendungen fragen sie über eine REST-Schnittstelle mit der Abfragesprache AQL ab. Ein FHIR-Server stellt Daten als einzelne Ressourcen bereit, etwa Patient, Fall oder Befund.

Datenplattformen findet man vor allem in Universitätskliniken, Verbünden und Regionen. In der Forschung heißt die vergleichbare Einrichtung an deutschen Universitätskliniken Datenintegrationszentrum; Versorgung und Forschung sind dort getrennte Wege mit eigenen Freigaben (Was ist ein Datenintegrationszentrum?).

Bringen diese Systeme selbst KI mit?

Einige ja, meist für die Fachleute, die Schnittstellen und Daten betreuen. Stand Oktober 2026, jeweils laut Hersteller:

Hersteller KI-Funktion Für wen
InterSystems IRIS AI Hub (vorgestellt am 08.05.2026): Agenten und Werkzeuge auf IRIS und IRIS for Health, mit Rechten je Rolle; HealthShare AI Assistant (12.11.2025): Fragen und Zusammenfassungen zu Patientenakten in HealthShare Entwickler; Fachpersonal in HealthShare
Rhapsody Axon (allgemein verfügbar seit 04.03.2026): KI-Agent in Rhapsody und Corepoint, der Schritte in der Schnittstellenarbeit automatisiert Schnittstellenteams
vitagroup HIP Smart Integrator (17.06.2026): KI schlägt Zuordnungen von Altdaten zu openEHR und FHIR vor, Fachleute prüfen jede Änderung; die laufende Verarbeitung erfolgt ohne KI Datenprojekte
Better Text2AQL (23.02.2026): Abfrage-Assistent, der klinische Fragen in AQL-Abfragen übersetzt Fachleute für Auswertungen
the i-engineers DocDive: Suche und Fragen in natürlicher Sprache über die Daten der health-engine, mit Quelle Fachpersonal
Infor Für Cloverleaf nennt die Produktseite KI-gestützte Auswertungen, keine generative KI –

Diese KI arbeitet in der Plattform des Herstellers und auf deren Daten oder hilft dem Team, das Schnittstellen baut. InterSystems geht mit dem AI Hub am weitesten und bietet Bausteine, mit denen ein Haus eigene KI-Anwendungen auf der Plattform entwickelt. Als KI-Plattform für alle Mitarbeitenden, mit Apps für Briefe, Leitlinien, E-Mails und Verwaltung, beschreiben die Hersteller diese Funktionen nicht.

Wie hängen die vier Systeme zusammen?

  1. Das KIS liefert die Daten der Versorgung.
  2. Der Kommunikationsserver verteilt sie an die anderen Systeme.
  3. Die Datenplattform sammelt sie dauerhaft und einheitlich, wenn das Haus eine betreibt.
  4. Die KI-Plattform liest über eine Schnittstelle aus KIS, Kommunikationsserver oder Datenplattform, sobald das Haus sie freigibt, und dazu aus Dokumenten, Wikis und Postfächern.

Fragen, die Sie vor einer Anbindung klären sollten:

  • Welcher Weg ist schon da? Ein Kommunikationsserver oder eine Datenplattform kann viele Systeme auf einmal erreichbar machen.
  • Wer gibt frei? Hersteller, IT und Datenschutz legen fest, welche Daten für welchen Zweck gelesen werden.
  • Mit wessen Rechten wird gelesen? Mit den Rechten der Person, die fragt, statt über ein Konto, das alles sieht.
  • Lesen oder schreiben? Für die meisten Anwendungsfälle genügt Lesen.

Wie geht das mit basebox?

basebox ist eine KI-Plattform. Es ist weder KIS noch Kommunikationsserver noch Datenplattform und tritt an keine dieser Stellen. Viele Kliniken führen ihre Daten schon zusammen, über einen Kommunikationsserver oder eine Datenplattform nach openEHR oder FHIR; basebox kann an beides andocken und erreicht dann, was dort schon zusammenläuft, standardmäßig nur lesend.

  • KIS: Den Zugang stellt der Hersteller bereit, etwa über die FHIR-Schnittstelle nach ISiK. Erst dann bauen wir den Konnektor, abgestimmt mit Ihnen und dem Hersteller. basebox ist an kein KIS angebunden, bevor dieser Zugang da ist.
  • FHIR-Konnektor: spricht FHIR R4 und wird je Haus eingerichtet, im KIS nach ISiK, im Datenintegrationszentrum nach dem Kerndatensatz der Medizininformatik-Initiative.
  • Datenplattformen: etwa von Better, vitagroup oder i-engineers binden wir auf Anfrage an; den Konnektor bauen wir zum Festpreis nach Preisliste, die Konzeption ist kostenlos.
  • Abläufe: Mit dem Workflow Builder, ab November 2026, beschreiben Sie eine Aufgabe, und basebox baut daraus einen Ablauf über mehrere Schritte und Systeme. Er arbeitet mit den Rechten der Person, die ihn startet; schreibende Aktionen laufen erst nach Freigabe durch einen Menschen.
  • Kontrolle: Jeder Zugriff läuft mit den Rechten der Person, die fragt, ohne gemeinsames Dienstkonto, und steht im Audit-Log.

Viele der 140 Anwendungsfälle für Krankenhäuser laufen ohne klinische Systeme, mit Dokumenten, Leitlinien und E-Mails. Alle Konnektoren und ihr Status: Konnektoren.

Häufige Fragen

Braucht eine KI-Plattform einen Kommunikationsserver?

Nicht für den Start. Viele Anwendungsfälle laufen mit Dokumenten, Leitlinien und E-Mails. Für klinische Daten ist ein vorhandener Kommunikationsserver oder eine Datenplattform oft der kürzeste Weg, weil dort schon zusammenläuft, was die KI lesen soll. Was davon freigegeben wird, entscheidet das Haus.

Ist eine Interface-Engine dasselbe wie ein Kommunikationsserver?

Im Krankenhausalltag meist ja. Beide Begriffe bezeichnen Software, die Nachrichten zwischen Systemen weiterleitet, Formate wie HL7 v2 und FHIR übersetzt und den Austausch überwacht. Manche Hersteller nennen ihr Produkt auch Integrationsplattform, wenn es mehr kann, etwa Abläufe steuern.

Ersetzt eine Datenplattform das KIS?

Nein. Das KIS bleibt das System, in dem dokumentiert und gearbeitet wird. Eine Datenplattform speichert klinische Daten aus dem KIS und weiteren Systemen in einem einheitlichen Modell, damit andere Anwendungen sie abfragen können, etwa für Forschung, Qualitätssicherung oder neue Anwendungen.

Bekommt eine KI-Plattform automatisch Zugriff auf diese Daten?

Nein. Jede Schnittstelle gibt das Haus oder der Hersteller frei, mit festgelegten Daten, Anmeldung und Rechten. Bei basebox liest der Konnektor danach mit den Rechten der Person, die fragt, standardmäßig nur lesend, und jeder Zugriff steht im Audit-Log.

Quellen

  1. HL7 International: HL7 Version 2 Product Suite ↗
  2. HL7 FHIR Release 4 (R4) ↗
  3. gematik: ISiK, Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern ↗
  4. openEHR Foundation ↗
  5. InterSystems: FEK Neumünster modernisiert Integrationsinfrastruktur mit Health Connect (10.06.2026) ↗
  6. InterSystems: Health Connect (abgerufen 11.10.2026) ↗
  7. InterSystems: IRIS AI Hub (abgerufen 11.10.2026) ↗
  8. Rhapsody: Axon, the AI agent for healthcare interoperability (04.03.2026) ↗
  9. Infor: Cloverleaf (abgerufen 11.10.2026) ↗
  10. NextGen Healthcare: A New Era for Mirth Connect ↗
  11. Better: Better Platform (abgerufen 11.10.2026) ↗
  12. Better: Text2AQL (23.02.2026) ↗
  13. vitagroup: HIP Smart Integrator (17.06.2026) ↗
  14. the i-engineers: health-engine, Interoperabilitätsplattform (abgerufen 11.10.2026) ↗

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

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