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TechnikStand René HerzerMit KI erstellt

Lizenzrisiko bei Open-Source-Werkzeugen: drei Beispiele aus 2025 und 2026

Open-Source-Werkzeuge können Lizenz, Eigentümer oder Zukunft ändern: Mirth Connect ist seit Version 4.6 (März 2025) nur noch kommerziell erhältlich, Flowise wird seit Juli 2026 nicht mehr weiterentwickelt, Langflow gehört über DataStax seit Mai 2025 zu IBM. Der vorhandene Code bleibt nutzbar, aber Updates und Sicherheitskorrekturen hängen dann am Haus selbst. Prüfen Sie deshalb vor der Beschaffung Lizenz und Rechteinhaber und planen Sie einen Ausstieg.

Was ist mit Lizenzrisiko gemeint?

Open-Source-Software kostet keine Lizenzgebühr, aber sie hat einen Rechteinhaber und eine Entwicklung, die jemand bezahlt. Ändert sich eines davon, ändert sich auch, was Sie in Zukunft bekommen. Das Risiko liegt selten darin, dass vorhandene Installationen über Nacht verboten werden. Es liegt darin, dass Updates, Sicherheitskorrekturen und neue Funktionen anders oder gar nicht mehr kommen.

Drei Beispiele aus 2025 und 2026 zeigen drei Formen davon.

Werkzeug Was geschah Wann Lizenz heute
Mirth Connect (Interface-Engine) Wechsel von offener zu ausschließlich kommerzieller Lizenz Version 4.6, angekündigt 19.03.2025 Bis 4.5.2 MPL 2.0, ab 4.6 kommerziell
Flowise (Baukasten für KI-Agenten) Übernahme durch Workday, danach Einstellung der Entwicklung Übernahme 14.08.2025, Einstellung 29.07.2026 Apache 2.0, Repository archiviert
Langflow (Baukasten für KI-Abläufe) Zwei Eigentümerwechsel: DataStax, dann IBM 04.04.2024 und 28.05.2025 MIT, unverändert

Was ist bei Mirth Connect passiert?

Mirth Connect ist eine verbreitete Interface-Engine im Gesundheitswesen: Sie tauscht Nachrichten zwischen Klinik-Systemen aus, etwa nach HL7 und FHIR. Bis Version 4.5.2 stand der Quellcode unter der Mozilla Public License 2.0, daneben gab es kommerzielle Erweiterungen. Am 19. März 2025 kündigte der Hersteller NextGen Healthcare an, mit Version 4.6 auf ein einziges kommerzielles, proprietäres Lizenzmodell umzustellen.

Für Häuser mit der offenen Fassung nannte NextGen drei Wege: bei der eigenen Version bleiben, auf 4.5.2 als letzte offene Version wechseln oder eine Lizenz erwerben und auf 4.6 gehen. Für genehmigte, laufende Forschungsstudien gemeinnütziger Einrichtungen gibt es eine kostenlose Forschungslizenz.

Aus der Gemeinschaft entstanden Abspaltungen, darunter BridgeLink, getragen von Innovar Healthcare: aufgebaut auf Mirth Connect 4.5.2 und weiter unter der Mozilla Public License 2.0. Die Verwaltungsoberfläche von BridgeLink steht unter einer anderen Lizenz, der Business Source License 1.1. Auch bei einer Abspaltung lohnt also der Blick auf jede Komponente.

Wie Interface-Engines und KI-Plattformen sich im Krankenhaus abgrenzen, beschreibt KIS, Interface-Engine und KI-Plattform.

Was ist bei Flowise passiert?

Flowise war ein visueller Baukasten für KI-Agenten unter der Apache-2.0-Lizenz. Workday hat Flowise im August 2025 übernommen. Am 29. Juli 2026 kündigte das Kernteam an, die Entwicklung sofort einzustellen; seit dem 13. August 2026 ist das Repository nur noch lesbar, seit dem 31. August 2026 ist das Kernteam nicht mehr ansprechbar. Pakete und Container-Images sind als veraltet markiert.

Der Code bleibt unter Apache 2.0 verfügbar, und das Team ermuntert ausdrücklich zu Abspaltungen. Wer Flowise weiter betreibt, übernimmt Wartung und Sicherheitsupdates selbst oder zieht um. Die Lizenz hat sich hier nicht geändert; geendet hat die Entwicklung.

Was ist bei Langflow passiert?

Langflow, ein Baukasten für KI-Abläufe in Python, stammt von Logspace. DataStax kündigte am 4. April 2024 die Übernahme an. IBM kündigte am 25. Februar 2025 an, DataStax zu übernehmen, und schloss die Übernahme am 28. Mai 2025 ab. IBM sagte in der Ankündigung zu, die Gemeinschaft um Langflow weiter zu unterstützen.

Langflow steht weiterhin unter der MIT-Lizenz (Stand 11.10.2026). Bisher hat sich also nur der Eigentümer geändert. Für die Beschaffung heißt das: Die Richtung der Entwicklung bestimmt heute ein großer Konzern mit eigener Produktstrategie. Das ist kein Mangel, aber ein Punkt, den Sie bei einer langfristigen Entscheidung kennen sollten.

Welche Lizenzen klingen nach Open Source und sind es nicht?

Open Source im Sinne der Open Source Definition erlaubt die Nutzung für jeden Zweck. Mehrere bekannte Werkzeuge machen ihren Code einsehbar, setzen aber Grenzen:

  • n8n: Sustainable Use License. Nutzung für eigene interne Geschäftszwecke und nicht kommerziell erlaubt; nicht erlaubt ist etwa, n8n als bezahlten Dienst für andere zu betreiben.
  • Dify: veränderte Apache-2.0-Lizenz. Ohne schriftliche Erlaubnis kein Betrieb für mehrere Mandanten, Logo und Copyright in der Oberfläche dürfen nicht entfernt werden. Wer beiträgt, stimmt zu, dass der Hersteller die Lizenz strenger oder lockerer fassen darf.
  • Camunda 8: Quellcode unter der Camunda License 1.0; seit Version 8.6 (Oktober 2024) braucht der Produktivbetrieb im eigenen Haus eine Lizenz.

Diese Modelle sind legitim und im Lizenztext klar beschrieben. Sie gehören nur in eine andere Schublade als „kostenlos und frei“.

Was folgt daraus für die Beschaffung?

  • Lizenztext lesen, nicht das Etikett: Ist die Lizenz von der Open Source Initiative anerkannt? Gibt es Zusatzbedingungen zu Mandanten, Weiterverkauf oder Produktivbetrieb?
  • Rechteinhaber kennen: Wem gehört der Code, und dürfen die Inhaber die Lizenz für künftige Versionen ändern? Wer finanziert die Entwicklung?
  • Version und Komponenten festhalten: Welche Version läuft, unter welcher Lizenz steht jede Komponente? Eine Softwarestückliste (SBOM) hilft dabei.
  • Ausstieg planen: Was tun Sie, wenn Updates ausbleiben? Gibt es Abspaltungen, einen Dienstleister für Wartung, einen Export Ihrer Abläufe und Daten? Mehr dazu in Exit-Strategie für KI-Plattformen.
  • Sicherheitsupdates einplanen: Bleibt die Entwicklung stehen, schließt niemand mehr neue Lücken. Wer Software ohne Hersteller betreibt, trägt diese Pflicht selbst; siehe Haftung: Open-Source-Eigenbau oder gekaufte Plattform?.

Für KI-Modelle stellen sich ähnliche Fragen; sie stehen in Offene KI-Modelle im Haus einsetzen.

Wie geht das mit basebox?

basebox ist nicht Open Source und das ist nicht geplant. Sie bekommen eine Lizenz mit Support und Updates und einen Vertragspartner. basebox baut auf Open-Source-Bausteinen wie vLLM und Keycloak auf; welche enthalten sind, steht in der Softwarestückliste (SBOM). Für den Fall einer Insolvenz ist geregelt, dass der Code als Open Source veröffentlicht wird, damit Kunden weiterarbeiten können. Apps mit ihren Anweisungen, Wissensdatenbanken und Einstellungen lassen sich exportieren.

Keine Rechtsberatung: Dieser Artikel ordnet Lizenzen allgemein ein. Ob eine Lizenz Ihren Einsatz erlaubt, prüfen Sie im Lizenztext und im Zweifel mit Ihrer Rechtsabteilung. Stand der Angaben: 11.10.2026; Lizenzen und Eigentümer können sich ändern.

Häufige Fragen

Darf ich eine Open-Source-Version weiter nutzen, wenn der Hersteller die Lizenz ändert?

In der Regel ja: Eine Lizenzänderung gilt für neue Versionen, die bereits veröffentlichte Version bleibt unter ihrer bisherigen Lizenz. Mirth Connect 4.5.2 etwa bleibt unter der Mozilla Public License 2.0 nutzbar. Neue Funktionen und Sicherheitskorrekturen bekommen Sie dann aber nur noch über die neue Lizenz oder eine Abspaltung.

Ist „Quellcode einsehbar“ dasselbe wie Open Source?

Nein. Open Source im Sinne der Open Source Initiative erlaubt Nutzung für jeden Zweck und freie Weitergabe. Lizenzen wie die Sustainable Use License von n8n oder die Camunda License 1.0 machen den Code einsehbar, beschränken aber Weiterverkauf oder Produktivbetrieb.

Ist basebox Open Source?

Nein. basebox ist eine fertige Plattform mit Lizenz, Support und Updates und baut auf Open-Source-Bausteinen wie vLLM und Keycloak auf; welche enthalten sind, steht in der Softwarestückliste (SBOM). Wird basebox insolvent, wird der Code als Open Source veröffentlicht, damit Kunden weiterarbeiten können.

Quellen

  1. NextGen Healthcare: A new era for Mirth Connect (19.03.2025) ↗
  2. Mirth Connect: Quellcode bis 4.5.2, Mozilla Public License 2.0 (GitHub) ↗
  3. BridgeLink: Abspaltung von Mirth Connect 4.5.2, MPL 2.0 (GitHub, Innovar Healthcare) ↗
  4. Flowise: The Future of Flowise (Ankündigung des Kernteams, 29.07.2026) ↗
  5. Workday: Workday Acquires Flowise (Pressemitteilung, 14.08.2025) ↗
  6. Datanami: DataStax Announces Acquisition of Langflow (Pressemitteilung, 04.04.2024) ↗
  7. IBM: IBM to Acquire DataStax (Pressemitteilung, 25.02.2025) ↗
  8. DBTA: IBM Officially Closes Acquisition of DataStax (28.05.2025) ↗
  9. Langflow: Quellcode, MIT-Lizenz (GitHub) ↗
  10. n8n: Sustainable Use License (Dokumentation) ↗
  11. Dify: Lizenz mit Zusatzbedingungen (GitHub) ↗
  12. Camunda: Licensing, What You Need to Know (Oktober 2024) ↗
  13. Open Source Initiative: The Open Source Definition ↗

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

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