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AuswahlStand René HerzerMit KI erstellt

Horizontale KI-Plattform oder KI im Fachsystem: Was Kliniken brauchen

Kliniken brauchen meist beides. KI im Fachsystem, etwa im KIS, in der Kodier- oder QM-Software, arbeitet in einem Prozess und kennt dessen Daten. KI-native Spezialanbieter lösen eine Fachaufgabe, oft als Medizinprodukt. Eine horizontale KI-Plattform deckt die Breite ab: alle Abteilungen, Fragen über mehrere Systeme, eine Rechteverwaltung und ein Protokoll. Je mehr Fachsysteme KI mitbringen, desto kleiner wird der Bedarf in diesen Prozessen; die Breite bleibt.

Welche Muster gibt es?

Muster Was es ist Beispiele (laut Hersteller)
KI im KIS KI-Funktionen in den Masken des KIS: Dokumentation aus dem Gespräch, Arztbrief, Kodierung ORBIS, CGM, NEXUS / KI, iMedOne
Fachplattform mit KI Software für einen Prozess, der KI nachgerüstet wird Recare (Entlassmanagement), ID Berlin (Kodierung), roXtra (Qualitätsmanagement)
KI-nativer Spezialanbieter Von Anfang an als KI gebaut, für eine Fachaufgabe, teils Medizinprodukt medicalvalues (Labordiagnostik)
Horizontale KI-Plattform KI für viele Aufgaben in allen Abteilungen, mit Zugriff auf Dokumente und Systeme basebox, ChatGPT Enterprise, Langdock

Die Muster lösen verschiedene Probleme. KI im KIS und Fachplattformen sind keine Konkurrenz zu einer Plattform im Sinne von „macht dasselbe“; sie decken die Tiefe eines Prozesses ab, die Plattform die Breite des Hauses. Einzelheiten: KI im KIS, Fachplattformen mit KI, KI in der Labordiagnostik.

Nicht jede „KI“ in Fachsystemen ist generative KI. Dienst- und Personalplanung wie bei POLYPOINT oder ATOSS, Transportdisposition wie bei DYNAMED oder die Planung von OP-Sälen und Betten wie bei Timerbee beruhen vor allem auf Optimierung, Prognosen und Regeln. Das ist eine andere Aufgabe als Texte entwerfen oder Fragen an Dokumente beantworten; beides schließt sich nicht aus.

Was kann KI im Fachsystem, was eine Plattform nicht kann?

  • Sie kennt den Prozess und seine Daten. Ein Arztbrief im KIS entsteht aus Diagnosen und Medikation des Falls; ein Kodiervorschlag im Kodiersystem kennt Regelwerk und Prüfregeln.
  • Sie bringt mit, was keine Software allein hat. Recare etwa verbindet Kliniken mit einem Netz aus Pflege- und Reha-Einrichtungen.
  • Sie darf medizinisch entscheiden helfen, wenn sie dafür als Medizinprodukt zugelassen ist. medicalvalues nennt seine Diagnostic Intelligence ein Medizinprodukt der Klasse IIa nach MDR.

Was kann eine Plattform, was ein Fachsystem nicht kann?

  • Alle Abteilungen erreichen. Einkauf, Personal, Technik, Apotheke, Sekretariate, Geschäftsführung haben selten ein Fachsystem mit KI.
  • Fragen über mehrere Quellen beantworten. Leitlinie, SOP, Vertrag und E-Mail zugleich, jeweils mit Quelle.
  • Neue Aufgaben ohne neuen Einkauf aufnehmen. Eine neue Aufgabe wird eine App, die eine Gruppe nutzt, statt ein weiteres Werkzeug mit eigenem Vertrag.
  • Eine Kontrolle für alles. Eine Rechteverwaltung, ein Protokoll, eine Datenschutz-Folgenabschätzung für die Plattform, ergänzt je neuem Zweck (Art. 35 DSGVO), ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO).

Wie viel KI braucht eine Klinik in welchem Muster?

Die Antwort hängt davon ab, welche Fachsysteme schon KI mitbringen. Ein Beispiel für die Aufteilung:

Aufgabe Muster
Arztbrief aus den Falldaten, Gesprächsdokumentation am Bett KI im KIS
Nachversorger finden, Kodierung, Dokumentenlenkung im QM Fachplattform
Laborbefunde auswerten, Verdachtsdiagnosen Spezialanbieter, Medizinprodukt
Leitlinien und SOPs befragen, Briefe, Übersetzungen, E-Mails Plattform
Einkauf, Personal, Technik, Verwaltung Plattform
Fragen über mehrere Systeme Plattform mit Konnektoren

Zwei Folgen daraus:

  1. Viele Einzellösungen senken den Bedarf an einer Plattform, aber nur in ihren Prozessen. Wer schon KI im KIS und in drei Fachplattformen hat, braucht in diesen Prozessen keine Plattform.
  2. Viele Einzellösungen erhöhen den Aufwand. Jeder Anbieter bringt einen eigenen Ort der Datenverarbeitung, eigene Verträge, eigene Rechte und eine eigene Oberfläche mit.

Was kostet jede Einzellösung über den Preis hinaus?

Jedes neue KI-Werkzeug, das Patientendaten verarbeitet, bringt in Deutschland dieselben Pflichten mit, unabhängig davon, wie klein es ist:

Pflicht Je Einzellösung Mit einer Plattform
Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO) einer je Anbieter einer
Verpflichtung zur Verschwiegenheit (§ 203 Abs. 4 StGB) je Anbieter einmal
Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35 DSGVO) je Verarbeitung, meist je Werkzeug eine für die Plattform, ergänzt je neuem Zweck
Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 DSGVO) ein Eintrag je Werkzeug Einträge je Zweck, ein System
Nachweis nach § 393 SGB V bei Cloud-Diensten je Anbieter prüfen einmal prüfen
Anmeldung und Rechte je Werkzeug einrichten aus der vorhandenen Benutzerverwaltung
KI-Kompetenz (Art. 4 KI-Verordnung) je Werkzeug schulen eine Oberfläche schulen

Dazu kommen Sicherheitsprüfung, Einbindung von Betriebs- oder Personalrat und die Pflege jedes Werkzeugs im Betrieb. Bei drei Werkzeugen ist das machbar, bei zwanzig wird es zur Daueraufgabe für IT und Datenschutz.

Wie geht man vor?

  1. Bestand aufnehmen: Welche Fachsysteme haben KI, welche ist angekündigt, und was davon nutzt das Haus?
  2. Lücken benennen: Welche Abteilungen und Aufgaben bleiben ohne KI?
  3. Fachsysteme für ihre Prozesse nutzen: KI im KIS, in der Kodierung oder im QM dort lassen, wo sie Daten und Abläufe kennt.
  4. Die Breite auf eine Plattform: alles Übrige, mit einer Rechteverwaltung und einem Protokoll.
  5. Anbinden statt doppeln: Wo Fachsysteme Wissen enthalten, das andere brauchen, etwa QM-Dokumente, bindet die Plattform sie an, mit den Rechten der jeweiligen Person.
  6. Regel für Neues: Ein neuer Bedarf wird zuerst als App auf der Plattform geprüft; ein eigenes Werkzeug kommt nur, wenn die Plattform die Aufgabe nicht leisten kann oder darf.

Wie geht das mit basebox?

basebox ist eine horizontale KI-Plattform für das ganze Haus, in unserer Cloud in Deutschland oder auf einem Server in Ihrem Haus. basebox ersetzt kein KIS und keine Fachplattform und läuft neben jedem KIS. Es bringt 140 Anwendungsfälle für Krankenhäuser in 20 Bereichen mit, eine Rechteverwaltung aus Ihrer Benutzerverwaltung und ein Protokoll; wer eine App teilt, teilt nie Daten.

Fachsysteme bindet basebox über Konnektoren an: Den Konnektor zu roXtra haben wir auf Wunsch von Kunden gebaut; er nutzt die Schnittstelle von roXtra und ist in der Lizenz enthalten. Für ein KIS oder ein anderes Fachsystem bauen wir den Konnektor, sobald der Hersteller den Zugang bereitstellt, etwa über die FHIR-Schnittstelle nach ISiK; die Konzeption ist kostenlos, danach gibt es einen Festpreis. basebox ist kein Medizinprodukt; bei Aufgaben mit Patientendaten liefert es Entwürfe und Zusammenfassungen mit Quelle, keine Diagnose und keinen Therapievorschlag; jedes Ergebnis prüft die Ärztin, der Arzt oder die Pflegefachperson.

Häufige Fragen

Was heißt „horizontal“?

Eine horizontale KI-Plattform ist nicht an einen Prozess gebunden. Sie stellt KI für viele Aufgaben in allen Abteilungen bereit und greift über Konnektoren auf Dokumente und Systeme zu. Das Gegenstück ist KI in einem Fachsystem, die nur dessen Prozess abdeckt.

Wird eine KI-Plattform überflüssig, wenn alle Fachsysteme KI haben?

Für die Prozesse in diesen Fachsystemen sinkt der Bedarf. Für Abteilungen ohne Fachsystem, für Fragen über mehrere Systeme und für Briefe, E-Mails und Verwaltung bleibt er. Dazu kommt die Frage, wie viele Anbieter, Verträge und Regeln ein Haus verwalten will.

Kann eine KI-Plattform ein Medizinprodukt ersetzen?

Nein. Software mit medizinischer Zweckbestimmung, etwa zur Diagnose bei einzelnen Patienten, braucht eine CE-Kennzeichnung nach MDR oder IVDR. Eine Plattform für allgemeine Aufgaben ist dafür nicht gedacht. Ist KI ein Medizinprodukt? →

Ersetzt eine KI-Plattform die KI unseres KIS-Herstellers?

Nein. Die KI im KIS deckt das KIS ab, eine Plattform das ganze Haus: Dokumente, Leitlinien, E-Mails und weitere Systeme. Beide können nebeneinander laufen.

Wie verhindern wir, dass Abteilungen eigene KI-Werkzeuge einkaufen?

Mit einem Angebot, das schneller da ist als der eigene Einkauf, und einer klaren Regel: Neue KI-Werkzeuge gehen über IT, Datenschutz und Einkauf. Ein KI-Verzeichnis zeigt, was im Haus läuft und wofür.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2017/745 (Medizinprodukteverordnung), Art. 2 Nr. 1, EUR-Lex ↗
  2. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28, 30 und 35, EUR-Lex ↗
  3. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4 und 26, EUR-Lex ↗
  4. § 203 StGB: Verletzung von Privatgeheimnissen ↗
  5. § 393 SGB V: Cloud-Einsatz im Gesundheitswesen ↗
  6. gematik: ISiK, Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern ↗
  7. NEXUS AG: NEXUS / KI (abgerufen 11.10.2026) ↗
  8. Recare: Startseite und Produkte (abgerufen 11.10.2026) ↗
  9. medicalvalues: Diagnostic Intelligence (abgerufen 11.10.2026) ↗

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.

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