Individuelle KI-Lösung von der Agentur: Was hinter dem Angebot steckt
Hinter „individueller KI-Implementierung“ steckt meist eine Auswahl frei verfügbarer Bausteine: Chat-Oberfläche, Modell-Server, Dokumentensuche und ein Werkzeug für Abläufe, verbunden und an Ihr Haus angepasst. Das kann gute Arbeit sein. Entscheidend ist, was nach der Abnahme gilt: wer betreibt, wer Sicherheitsupdates und Modellwechsel übernimmt, welche Rechte Sie am Code bekommen, welche Lizenzen gelten und wer welche Datenschutzrolle hat.
Was baut eine Agentur bei „individueller KI-Implementierung“?
Meist ein System aus frei verfügbaren Bausteinen, die die Agentur auswählt, verbindet und an Ihr Haus anpasst:
| Baustein | Typische Wahl | Lizenz (Stand Oktober 2026) |
|---|---|---|
| Chat-Oberfläche | Open WebUI, LibreChat | Open WebUI: eigene Lizenz mit Klausel zum Markennamen; LibreChat: MIT |
| Modell-Server | Ollama, vLLM | MIT, Apache 2.0 |
| KI-Modell | offene Modelle verschiedener Hersteller | je Modell verschieden, siehe Lizenzen offener Modelle |
| Dokumentensuche | Vektordatenbank, Dienst zum Auslesen von Dokumenten | meist Apache 2.0 oder MIT |
| Abläufe und Automatisierung | n8n, früher oft Flowise | n8n: Sustainable Use License; Flowise wird seit Juli 2026 nicht mehr weiterentwickelt |
Dazu kommen Beratung, Workshops, Anpassungen an Ihre Abläufe und oft die Einrichtung auf Ihrer Hardware oder bei einem Hoster. Die Leistung der Agentur liegt im Auswählen, Verbinden und Anpassen. Das ist echte Arbeit und kann zu einer Lösung führen, die genau zu Ihrem Haus passt.
Welche Vertragsform steckt im Angebot?
- Werkvertrag (§ 631 BGB): Die Agentur schuldet ein Ergebnis, etwa eine lauffähige Lösung mit festgelegten Funktionen. Mit der Abnahme (§ 640 BGB) beginnt die Gewährleistung. Wichtig ist eine genaue Leistungsbeschreibung, sonst ist unklar, was abgenommen wird.
- Dienstvertrag (§ 611 BGB): Die Agentur schuldet Arbeit, etwa Stunden für Beratung und Entwicklung, aber kein bestimmtes Ergebnis. Typisch für „agile“ Angebote nach Aufwand.
- Wartung und Betrieb: ein eigener Vertrag für die Zeit nach der Abnahme. Fehlt er, liegt alles danach bei Ihnen.
Öffentliche Auftraggeber nutzen dafür die EVB-IT: für die Erstellung von Software den EVB-IT Erstellungsvertrag, für Beratung und Unterstützung den EVB-IT Dienstvertrag. Wie die Vergabe abläuft, beschreibt der Ratgeber Vergaberecht für KI in Deutschland.
Was muss nach der Abnahme geregelt sein?
- Betrieb: Wer überwacht, sichert und behebt Störungen, zu welchen Zeiten, mit welcher Reaktionszeit?
- Sicherheitsupdates: Jeder Baustein bringt eigene Updates im eigenen Takt. Wer verfolgt sie, testet sie und spielt sie ein? Siehe Sicherheitsupdates für einen selbstgebauten KI-Stack.
- Modellwechsel: Wer prüft neue Modelle mit Ihren Aufgaben und tauscht sie aus?
- Bausteine, die enden: Open-Source-Projekte können eingestellt werden, wie Flowise 2026. Wer ersetzt dann den Baustein, und wer zahlt den Umbau?
- Personen: Wie viele Fachleute bei der Agentur kennen Ihre Lösung? Siehe Bus-Faktor.
- Kosten über die Laufzeit: Lassen Sie sich Wartung, Betrieb und Weiterentwicklung für fünf Jahre anbieten, nicht nur das Projekt.
Welche Rechte und Lizenzen sollten Sie prüfen?
- Nutzungsrechte am eigenen Code der Agentur: Welche Rechte räumt die Agentur ein, exklusiv oder nicht exklusiv, zeitlich unbegrenzt, mit Recht zur Änderung durch Dritte (§ 31 UrhG)? Bekommen Sie Quellcode, Installationsskripte und Dokumentation?
- Lizenzen der Bausteine: Die Agentur sollte eine Liste aller Bausteine mit Version und Lizenz liefern. Bei n8n erlaubt die Lizenz einer Agentur, Abläufe für Kunden auf ihrer Instanz zu bauen, zu betreiben und zu pflegen, solange die Kunden sie nicht selbst anlegen oder ändern können. Nicht erlaubt ist, n8n als Dienst zu betreiben, in dem Kunden selbst Abläufe bauen; dafür braucht es eine gesonderte Vereinbarung mit n8n. Open WebUI verlangt ab 50 Personen in 30 Tagen, dass Name und Logo sichtbar bleiben, außer mit Enterprise-Lizenz.
- Haftung: Wer gilt nach der neuen Produkthaftungsrichtlinie als Hersteller der Lösung? Mehr im Ratgeber Haftung: Open-Source-Eigenbau oder gekaufte Plattform?
Wer hat welche Rolle beim Datenschutz?
Kann die Agentur auf personenbezogene Daten zugreifen, etwa im Betrieb oder bei der Fehlersuche, ist sie Auftragsverarbeiter und braucht einen AVV (Art. 28 DSGVO). Betreibt sie die Lösung bei einem Hoster, ist dieser Unterauftragsverarbeiter. Für Berufsgeheimnisträger kommt die Verpflichtung zur Verschwiegenheit nach § 203 StGB dazu, für Sozialdaten die Anzeige an die Aufsichtsbehörde vor Auftragserteilung nach § 80 SGB X. Diese Unterlagen gehören vor den ersten echten Daten auf den Tisch.
Wie geht das mit basebox?
basebox ist eine fertige Plattform mit Lizenz, Updates und Support; neue Modelle kommen per Update, vorher von uns geprüft. Die Lizenz enthält alle Funktionen, Apps und die Konnektoren aus unserer Bibliothek; fehlt ein System, bauen wir den Konnektor zum Festpreis. AVV und Vereinbarung nach § 203 StGB stehen auf Sicherheit zum Herunterladen. Einrichtung und Betreuung übernehmen wir selbst, als Inbetriebnahme in Ihrer IT für 24.900 € einmalig, oder unsere Partner wie evoila und Systhemis (Implementierung, Beratung, Betrieb) und Consileon (Beratung zur Einführung, Strategie, Schulungen). Agentur und Plattform schließen sich also nicht aus. Den Vergleich finden Sie unter basebox und Open-Source-Agenturen.
Keine Rechtsberatung: Dieser Ratgeber gibt einen Überblick, Stand 11. Oktober 2026. Lizenzbedingungen und Vertragsmuster ändern sich. Lassen Sie Verträge und Lizenzen für Ihren Fall rechtlich prüfen.
Häufige Fragen
Ist eine Agentur mit Open Source günstiger als eine Plattform?
Im ersten Jahr oft, weil keine Lizenz anfällt. Über fünf Jahre entscheiden Wartung, Betrieb und Weiterentwicklung. Lassen Sie sich diese Posten für die gesamte Laufzeit anbieten und vergleichen Sie dann.
Dürfen wir die Agentur später wechseln?
Nur, wenn Sie Quellcode, Dokumentation, Zugänge und die nötigen Nutzungsrechte haben. Regeln Sie das vor dem Auftrag; nachträglich ist es schwer zu verhandeln.
Braucht die Agentur einen AVV?
Sobald sie personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet oder darauf zugreifen kann, etwa beim Betrieb oder bei der Fehlersuche, ja (Art. 28 DSGVO). Bei Berufsgeheimnisträgern kommt die Verpflichtung zur Verschwiegenheit nach § 203 StGB dazu.
Quellen
- n8n: Fragen zur Lizenz (Sustainable Use License) ↗
- Open WebUI: Lizenz (Dokumentation) ↗
- Flowise: Ende der Weiterentwicklung (GitHub-Diskussion 6727) ↗
- CIO Bund: Entscheidungshilfe zu den EVB-IT ↗
- CIO Bund: Aktuelle EVB-IT ↗
- § 611 BGB: Dienstvertrag (gesetze-im-internet.de) ↗
- § 631 BGB: Werkvertrag (gesetze-im-internet.de) ↗
- § 640 BGB: Abnahme (gesetze-im-internet.de) ↗
- § 31 UrhG: Einräumung von Nutzungsrechten (gesetze-im-internet.de) ↗
- § 203 StGB (gesetze-im-internet.de) ↗
- § 80 SGB X: Verarbeitung von Sozialdaten im Auftrag (gesetze-im-internet.de) ↗
- DSGVO, Art. 28 (EUR-Lex) ↗
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, auf Grundlage der genannten Quellen. Verantwortlich für den Inhalt: basebox GmbH. Keine Rechtsberatung, keine Haftung. Stand der Recherche: 11. Oktober 2026.